gg., Glückstadt

Das kleine schmucke Städtchen Glückstadt an der Elbe hat seine „Blauen Jungs“ wieder. Im Bootshafen an der Elbe lernen die jungen Matrosen der Bundeswehr, die die Gebäude der alten Marine jetzt übernahm, in kleinen Booten die ersten seemännischen Grundbegriffe: „Rudern – pullen – laß fallen!“ – so klingen dort die Kommandos. Und die Jungen sind mit Begeisterung bei der Sache.

Am Sonnabend ist Ausgang. Die kleine Stadt wimmelt von Blaujacken. Sehr zur Freude der Kaufleute und der Gastwirte. Denn beinahe 2000 junge Soldaten, die zum Teil zum erstenmal in ihrem Leben „größeres Wasser“ sehen, haben allerhand kleine Wünsche; Souvenirs von der Wasserkantewerden nach Hause geschickt, und der Photograph hat alle Hände voll zu tun, um die Jungen in ihren schmucken Uniformen aufzunehmen.

In den Tanzlokalen dominiert abends die blaue Uniform, die – wie früher – eine magische Anziehungskraft auf die junge Damenwelt ausübt. Sehr zum Leidwesen der jungen Glückstädter Männer, die jetzt etwas ins Hintertreffen geraten. So steht dann Glückstadts Jungmännerwelt etwas beleidigt an der Theke und sucht Trost bei einem Glas Bier. Langsam umnebelt es die Sinne, und so bleibt es nicht aus, daß es beim Tanz des öfteren zu kleinen Reibereien kommt. Und dann sieht man manchmal zur blauen Uniform ein blaues Auge.

Ansonsten benehmen sich die jungen Matrosen äußerst korrekt und anständig, – wenn auch der Wirt eines Gasthofes gelegentlich zu seinen Gästen sagt: „Sein Sie bitte nicht böse, wenn ich gleich kassiere – aber seitdem die Mariner hier sind..!“