Erste Atom-Universität der Welt. Auf den Philippinen wird gegenwärtig von dem in Hollywood lebenden deutschen Architekten Carl H. Wiebach die erste Atom-Universität gebaut, die neben einem wissenschaftlichen Zentrum zwei Reaktoren und ein auf Strahlungsschäden spezialisiertes Hospital erhält. 1959 soll diese Forschungsstätte betriebsfähig sein.

Forschung im Rückstand. Nicht mehr erfüllen kann die westdeutsche angewandte Forschung die Anforderungen, die durch den steigenden Bedarf der Auftragsforschungen aus dem In- und Ausland an sie gestellt werden, erklärte die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Eine Umfrage bei den Technischen Hochschulen Westdeutschlands und Westberlins ergab, daß die Etats bei weitem nicht ausreichten und dadurch ein Fehlbestand an Professuren von 25 v. H., an Assistenten und Ingenieursstellen von 62 v. H. und an Plätzen für technisches und Werkstattpersonal sogar von 96 v. H. verursacht worden ist. An den Technischen Hochschulen der Bundesrepublik lehren gegenwärtig 450 Professoren und 1250 Assistenten und Oberingenieure.

Artemis-Tempel vollständig freigelegt. Der vor einigen Wochen in Vathy (Böotien) entdeckte Tempel der griechischen Göttin Artemis ist jetzt bereits vollständig ausgegraben worden. Die Funde in diesem dreißig Meter langem und zehn Meter breitem Gebäude haben die Annahme der Wissenschaftler bestätigt, daß es sich um das legendäre Heiligtum der Artemis in Aulis handelt, wo sich die Griechen vor dem Auszug in den Trojanischen Krieg versammelten und wo Iphigenie geopfert wurde. Mehrere der aufgefundenen wertvollen Marmorskulpturen stammen aus dem 50. Jahrhundert v. Chr.

Keine Kunst im Keller. Ihre Kellermagazine in denen eine Unzahl von Kunstwerken lagert, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, wollen die großen schweizerischen Museen auflösen, indem sie das Kunstgut den kleineren Museen im Lande und den Schlössern, Burgen und Kirchen, aus denen die Gegenstände stammen, leihweise zum Ausstellen überlassen. Den Kunstfreunden, so meint man, sei es lieber, einen weiten Weg zu machen, um ein bestimmtes Kunstwerk. zu sehen, als Monate oder jahrelang zu warten, bis das betreffende Werk aus dem Magazin wieder hervorgeholt und ausgestellt ist.

Ein Rubens im Behelfsheim. Wiederaufgetaucht ist, jetzt der berühmte Rubenssche „Zinsgroschen“, dessen Aufenthaltsort – ein Hamburger Behelfsheim – seit 1945 von seinem Besitzer verheimlicht wurde, um einen Diebstahl zu verhindern. Die Frau des Eigentümers, des früheren Direktors der Berliner Rohrbach-Flugzeugwerke, der vor kurzem verstarb, möchte das Gemälde nun verkaufen. Dazu fehlt ihr jedoch die Expertise, die verlorenging; die Anfertigung einer neuen kostet nach der üblichen Taxe 1 v. H. des Verkaufswertes – eine Summe, die die jetzige Besitzerin nicht aufbringen kann.

Künstlerparadies mit Steuerqualen. Schriftsteller und Schauspieler zählen nach einer Verlautbarung des japanischen Finanzministeriums zu den besten Steuerzahlern Japans, da sie außergewöhnlich hohe Einkommen haben, aber auch nicht – wie Kaufleute – ihre Einnahmen als Spesen deklarieren können. Die ersten Steuerzahler des Landes sind zwei Schriftsteller mit Monatseinkommen von 20 600 Mark, gefolgt von einer Sängerin mit 19 200 Mark. Diese hohen Einkommen erklären sich daraus, daß die japanischen Schriftsteller nicht, wie die meisten ihrer europäischen Kollegen, auf Risiko, sondern auf Bestellung schreiben, vor allem für die 1300 Zeitschriften Japans, die zusammen eine Jahresauflage von 360 Millionen Exemplaren haben. Der Manuskriptbedarf der Zeitschriften ist außerordentlich groß – die populärste Kulturzeitschrift umfaßt 400 Seiten und hat 500 000 Leser.