DIE ZEIT

FDP mit schwerem Geschütz

Zwischen dem Bundeskanzler und den Sowjets bestehe eine „Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Status quo“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag und Bundeswahlkampfleiter der Freien Demokraten, Wolfgang Döring, in einer Rede zur Zehnjahresfeier der Jungdemokraten.

Der Technik die Hand

Edo Osterloh, der schleswig-holsteinische Kultusminister, ist im vergangenen Jahr durch seine Forderung nach einem Bundeskultusminister hervorgetreten.

Helft müden Müttern

Der lange wehende gute Konjunkturwind läßt viele, die sich unter seiner erquickenden Wirkung wohl fühlen, vergessen, daß er nicht überall hindringt – daß es Hunderttausende gibt, die auch heute noch unserer Hilfe bedürfen.

Ein jeglicher ein Volkssoldat

Die Presseabteilung der Sowjetischen Botschaft in Bonn gibt regelmäßig (dreimal im Monat) in deutscher Sprache eine Zeitschrift heraus „Die Sowjetunion heute“.

Mord oder Waidmannsheil?

Was das Loch-Ness-Ungeheuer für die Tiefen eines schottischen Sees, ist der „schreckliche Schneemensch“ für die Höhen des Himalaja.

ZEITSPIEGEL

Noch nie hat es eine Frau gegeben, die Schachmeisterin geworden wäre. Mit ihrer sicheren Intuition nämlich erkennt sie, daß Schach nur eine frivole Zeitvergeudung ist, die die Männer davon abhält, dem Reiz des Weiblichen die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.

Peking auf neuen Wegen

Die Bevölkerung der Mandschurei, Nordchinas und Nordwestchinas wurde von Radio Peking vor der Radioaktivität der Luft gewarnt, die als Folge der kürzlichen sowjetischen Atombombenversuche in Sibirien festgestellt worden sei.

Verzögerung an der Saar

Die saarländischen Sozialdemokraten haben es entgegen der Empfehlung ihrer Landtagsfraktion überraschenderweise abgelehnt, sich an einem Kabinett der beiden christlichen Parteien zu beteiligen.

Der rote Kandidat

Im autoritären Österreich waren Anschläge und Gewalttaten an der Tagesordnung. Der – spöttische Volksmund führte damals die Strafen auf, die zu vergegenwärtigen hatte, wer einem der Minister nach dem Leben trachtete.

Österreich kann schlafen

Ein riesiges Tal, wie für den „Freischütz“ ersonnen. Schneebedeckte Bergspitzen im ersten Sonnenschein. Punkt neun Uhr tauchen die Vorreiter auf: österreichische Gendarme auf Motorrädern, dann einige Volkswagen, schließlich zwei mächtige Busse.

Der Weihwedel

Am Freitag nach Ostern ging der Pfarrer von San Vitale – zu dessen Sprengel der Palazzo Viminale gehört – durch den Amtssitz des Ministerpräsidenten, den Weihwedel schwingend, wie das in Italien Sitte ist.

Foreign Secretary in Scheidung

Im internen Kreis war es längst kein Geheimnis mehr, daß in der Ehe des britischen Außenministers Selwyn Lloyd gewisse Spannungen bestanden.

Ein Italiener gegen acht Ölkonzerne

Wir haben in Nr. 30 vom 26. Juli 1956 ausführlich einen Mann geschildert, der in wenigen Jahren den größten staatlichen Monopolbetrieb Italiens (die Ausbeutung der Erdgas- und Erdöl-Anlagen der Po-Ebene) aufgebaut hat.

Faschismus in Frankreich?

Wird Frankreich faschistisch? Vor nicht allzu langer Zeit noch hätte diese Frage absurd geklungen. Seit einigen Monaten jedoch muß der aufmerksame Beobachter feststellen, daß in Frankreich mehr als in jedem anderen europäischen Land diesseits des Eisernen Vorhanges jene Vorbedingungen eingetreten sind, die eine faschistische Umwälzung überhaupt erst möglich machen.

BHE mehr rechts als links

Nun kennen wir die Wahlparolen des Gesamtdeutschen Blocks/BHE. Kennen wir sie wirklich? „Wir sind eine nationale Partei... Wir sind eine soziale Partei.

Künstlicher Staat am Jordan

Die Grenzen Jordaniens sind mehr ein Produkt der europäischen Rivalitäten bei der Teilung des ottomanischen Reiches als einer organischen Entwicklung.

Ein Brief aus dem Jenseits

Wie die Prager kommunistische Zeitung „Lidova Democracie“ kürzlich meldete, ist im mährischen Schloß Buchlau eine geheime Korrespondenz gefunden worden, die der Schloßherr, der ehemalige kaiserlich-österreichische Außenminister Graf Leopold Berchtold seinerzeit mit dem 1914 in Sarajewo ermordeten Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand geführt hat.

Wer regiert in Algerien?

Was Algerien für die Franzosen bedeutet, kann nur verstehen, wer die Bedeutung der associations (der Vereine) kennt. In Algier allein gibt es Hunderte davon – für Boule-Spieler, Amateurtrompeter, Angler, Basketballspieler und natürlich die Kriegervereine, genauso, wie man sie in jeder Provinzstadt Frankreichs findet.

Der Doppelbeamte

Bei der Feier des 75jährigen Bestehens des Berliner Philharmonischen Orchesters hat das Verhalten eines Künstlers die Harmonie gestört: Der Konzertmeister Professor Dr.

Urworte – orffisch

Daß die Erfolgskurve Carl Orffs noch immer ansteigt und daß sein Werk beginnt, auch im Ausland zunehmend gewürdigt zu werden, ist ein Symptom, das Beachtung verdient.

Glanz und Elend der Sachverständigen

In der schleswig-holsteinischen Stadt Itzehoe steht, der 33jährige Bernhard Wolter, angeklagt wegen Giftmordes an seiner Frau, vor dem Richter.

Faust als Warnung

Der Eingang an neuen Theaterstücken ist zahlreich. Ihr Gewicht erscheint – an der Zahl gemessen – jedoch so gering, daß sich als Substanz dem deutschen Repertoiretheater immer wieder die Klassiker anbieten.

Wolfdietrich Schnurre:: Von Tier und Mensch

„Mein Gott, sieh nur“, sagte die Spätzin zum Spatzen vor einem Pfau, „schlägt er nicht ein herrliches Rad mit seinen Federn!“ „Schon, schon“, sagte mürrisch der Spatz, „aber sie stecken ihm alle im Hintern.

Die Kaiserin spricht...

Aus dem Bundeshaus kommt die Nachricht, daß demnächst nun doch ein Gesetz verabschiedet werden wird, nach dem das offene Tragen von Kriegsorden beider Weltkriege wieder erlaubt sein wird.

Am Broadway gefeiert...

Dies war der charmanteste–und best-erdachte – Einfall eines „aktuell“ besonders bemerkenswerten Ensemble-Besuches: Jean Louis Barrault und seine Gattin – Mitdirektorin Madelaine Renaud – verabschiedeten sich im Riesenhaus des New Yorker Wintergarden – nach fünf Wochen Molière, Claudel, Milhaud, Giraudoux, Salacrou, Loppe – mit Barraults englisch gesprochener Rede am Mikrophon.

Notizen

Kein Radio in der Kirche. Nach den neuen Vorschriften der päpstlichen Ritenkongregation ist der Gebrauch von Schallplatten im Innern der katholischen Kirchen streng untersagt, ebenso Lautsprecherübertragungen von Predigten und kirchlicher Musik, Radioübertragungen und die Vorführung von Filmen.

Der Baß-Sopran

Im Frühling, wenn die Menschen heiter sind, verzeihen sie vieles. So mag denn auch Frau Helga Pilarczyk – zugleich mit den kunstinteressierten Lesern der ZEIT – uns verzeihen: sie ist die Sängerin, die in der verdienstvollen „Lulu“-Aufführung der Hamburger Staatsoper die Titelrolle spielte, eine ungemein schwierige Partie, wie jeder zugeben wird, der die Kompositionsmethoden Alban Bergs kennt.

Geschichte der Madame Bovary

Im Frühjahr 1857 fand vor dem Kriminalgericht zu Paris ein Prozeß statt, der in ganz Frankreich unerhörtes Aufsehen erregte.

Friedrich Nerly neu entdeckt

Produkt der eigenartigen Erziehungskunst des Freiherrn Carl Friedrich von Rumohr (der selbst ein begabter Radierer, Kunsthistoriker, Sammler und Schriftsteller war), teils vom pädagogischen Eros geleitet, teils durch „manche Ohrfeigen“ unterstützt, von denen Ludwig Richter in seinen Lebenserinnerungen zu berichten weiß.

Die Lust am Schmutz

Seit Kolumbus wird Amerika ständig neu entdeckt – und beurteilt. Das geschieht in boshafter Form, auf sachlich-kritische Weise – wie in Gorers „Amerikaner“ – und in den großen Romanen vom sanften Marquand über den bissigharten Algren und den bisweilen manirierten Faulkner bis zu Wolfe und Hemingway.

Der Dreigesichtige

Radecki beweist darin wieder einmal seine Fähigkeit, an den kleinen Dingen, an den scheinbaren Selbstverständlichkeiten des Alltags deren jeweils noch verborgene oder verschüttete Seite zu entdecken, so etwa in „Vordermann und Hintermann“, wo eine (schon dem Homer bekannte) Grunderfahrung des Langstreckenläufers als eine menschliche Grunderfahrung schlechthin sichtbar wird.

Schubladen auf – die Akademie ist da

Die Stadt Mainz ist nicht nur Geburtsort Gutenbergs und ein Zentrum des deutschen Weinhandels, sie ist auch Sitz einer Akademie, die sich „Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur“ nennt, zur Hauptsache vom Lance Rheinland-Pfalz finanziert wird und sich uneigennützig um Kunst und Wissenschaft bemüht.

Neue Schallplatten:: Musik aus Mähren

Mit der Heimat eng verbunden war Leo Janáček, der jüngste der böhmischen Komponisten großen Formates, und darin liegt – sowohl stofflich als auch musikalisch – die Hauptquelle seiner schöpferischen Kraft.

Hamburg: Walpurgisnacht-Statisten tanzen im Pigalle

Vom Theater aus – dem Deutschen Schauspielhaus in der Kirchenallee, wo „Faust“ in einer neuen Inszenierung von Gustaf Gründgens gespielt wird – gehe ich durch die Halle des Hauptbahnhofs, überquere den Glockengießerwall, mache noch wenige Schritte in die Spitalerstraße hinein – und schon bin ich an den Quellen.

Neue Ehren für einen alten Titel

Die Freie Universität will den einst so ehrwürdigen, heute ganz verstaubten Magistertitel wieder einführen. Bisher gab es ja an den Philosophischen Fakultäten deutscher Hochschulen nur zwei Möglichkeiten, ein Studium abzuschließen: durch Staatsexamen oder durch Promotion.

Berlin: Wenn Konterrevolutionäre Skat spielen...

Sturm auf das Rote Schloß“ – das war derBefehl zum Angriff auf die Schinkelsche Kunstakademie am Berliner Lustgarten, Befehl an die zwangsverpflichteten „Betriebskampfgruppen“ Ostberlins, die in den Manövern während der letzten Wochen ihre Kampfkraft beweisen sollten.

Alkoholzwang für die Lehrlinge

Zum „Kleinen Presseball“ hatte die graphische Jugend des Ortsvereins Hamburg ihre Mitglieder in das Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof eingeladen.

Bayern: Unmoralische Pandora

S pießer- und Soldatenstadt Neu-Ulm“ nannte Edwin Schar ff, der vor zwei Jahren verstorbene Hamburger Bildhauer, seine Geburtsstadt.

Deutsche unterwegs

So um 1952 herum kam die Redensart von der Eß-, der Kleidungs- und Reisewelle auf, an der der bundesrepublikanische Bürger seit der Währungsreform teils aktiv, teils passiv partizipierte.

Studenten-Wundertüte

Es gibt Leute, die ziehen den Hut, wenn sie des Eiffelturms von den Hügeln um Paris ansichtig werden. Andere lassen sich erst die Binde von den Augen nehmen, wenn der Wagen auf der Place de la Concorde hält.

Von Hütte zu Hütte

Es kommt heute nicht mehr darauf an, Ferienreisende zum Besuch des Hochgebirges einzuladen, selbst wenn sie keine Skiläufer sind.

Jolly-Hotels in Italien

Oft werden außerordentliche Dinge von sogenannten Außenseitern geleistet. Was geht zum Beispiel, so sollte man meinen, einen großen Industriellen, der Garn spinnt und Leinen und Tuche webt, die „Hotellerie“ an? Und doch haben die gräflichen Brüder Marzotto, die zu den bedeutendsten und vielseitigsten Fabrikanten Italiens zählen, vor ein paar Jahren den Entschluß gefaßt, in das Geschäft des Hotelbetriebes „einzusteigen“ – und heute schon zieht sich über Italien eine Kette von bald 50 Jolly-Hotels, sehr zu Freude und Nutzen der Touristen und zumal der Automobilisten.

Notizen für Reisende

Jetzt kommen die TEE-Züge. Ab 2. Juni werden die Trans-Europa(TEE-)-Züge in die Fahrpläne aufgenommen. Mit ihnen soll eine neue Form des internationalen Eisenbahnverkehrs verwirklicht werden.

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