DIE ZEIT

Der Dritte in welchem Bunde?

Ist die FDP heute einheitlicher, als sie es vor Jahren war? Es sieht so aus. Die Landesverbände sind einander näher gekommen.

Gemeinsame Außenpolitik

So mancher Bürger der Bundesrepublik hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten die Frage vorgelegt, ob nicht in der nun anbrechenden Phase der Deutschen Bundesrepublik (vor allem im Hinblick auf die Ostpolitik) eine Große Koalition das Richtige sei.

Der Zorn der Jugend

Durch das Dickicht interner Wirren sucht Walter Ulbricht seiner Partei ihren „eigenen Weg“ mit der Axt stalinistischer Argumente zu bahnen.

Das Risiko zu leben

Fünfzehn Angehörige des 19. Luftlandebataillons Kempten ertranken am Montag, dem 2. Juni, bei dem Versuch, die Hier in der Nähe von Hirschdorf, an der Mündung des reißenden Gebirgsflusses Leubach, zu durchqueren.

Die letzten Juden Polens

Von dreieinhalb Millionen blieben 70 000 – Keine Gettos mehr – Der neue Antisemitismus / Von Uli Faber

Ländertausch

Einen Sturm im Osloer Wasserglas verursachte der als Extratourenreiter bekannte republikanische Senator Knowland mit seinem Vorschlag, den Sowjets folgendes Tauschgeschäft vorzuschlagen: Die NATO entläßt Norwegen aus ihrer Mitte und die Sowjets entlassen Ungarn aus dem Warschauer Pakt Eine „bemerkenswerte Unverschämtheit“, nennt Norwegens zweitgrößte Zeitung Dagbladet diesen Vorschlag und wirft Knowland vor, daß er mit der NATO-Mitgliedschaft Norwegens „Kuhhandel“ treibe.

Ungarn-Rätsel

Ein „Revancheplakat“? Nein, solche Deutung will uns nicht in den Sinn. In unserer Ratlosigkeit schlagen wir das eben bei Schertz & Goverts, Stuttgart, erschienene Buch des in England lebenden ungarischen Schriftstellers George Mikes („Revolution in Ungarn“) auf und lesen auf Seite 203: „Der Gedanke eines Gürtels von neutralen Staaten von Österreich, Ungarn und einem wiedervereinigten Deutschland gebildet.

ZEITSPIEGEL

In „seltener Übereinstimmung“ haben, wie die amerikanische Wochenschrift Time aus Washington berichtet, Kefauver und Nixon (rivalisierende Vizepräsidentschaftskandidaten von 1956) Adenauers scherzhafte Frage nach einem guten Tip für die kommende Bundestagswahl beantwortet: Sie empfahlen ihm, viel zu reisen und viele Hände zu schütteln.

Lehrer einer Generation

Der große Musiker, der am 17. Juni sein Lebensjahr vollendet, verkörpert eine entwicklungsgeschichtliche Epoche in seiner Kunst.

Griff nach dem Brennstoff der Sterne

Warum begnügen wir uns nicht mit den bereits experimentell und praktisch erprobten Kernbrennstoffen – Uran, Plutonium und Thorium –, zu deren Ausnutzung wir ja eben erst die ersten bescheidenen Schritte unternommen haben? Warum greifen wir buchstäblich nach den Sternen und versuchen, den Energieprozeß der Sonne nachzuahmen? Ist das nicht Vermessenheit? Und heißt es nicht auf jeden Fall, den zweiten Schritt vor dem ersten tun? – Die Antwort auf diese Frage lautet heute: Nein.

Und wie weit sind die deutschen Forscher?

Der junge Physiker Dr. Arnulf Schlüter ist im November vorigen Jahres zum Leiter der „Studiengruppe Plasmaphysik“ des Max-Planck-Institutes ernannt worden, mit dem Auftrag: „Die Theorie der Plasmen, die bisher vorwiegend im Zusammenhang mit astrophysikalischen Fragen bearbeitet worden war, weiter zu entwickeln, insbesondere im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit bei der experimentellen Realisierung extrem hoher Temperaturen.

Finnlands innere Sorgen

Unter den Ländern des skandinavischen Nordens nimmt Finnland eine Sonderstellung ein. Obwohl so frei in der Gestaltung seiner innenpolitischen Angelegenheiten wie irgendein anderes nordisches Land, ist es doch außenpolitisch durch einen Freundschafts- und Beistandspakt an Sowjetrußland gebunden.

Chruschtschow trauen?

Alles in allem mache ich mir weniger Sorge, daß die Menschen auf die Irrtümer Chruschtschows hereinfallen – diese Irrtümer waren schließlich nicht schwer zu durchschauen – als daß sie denjenigen seiner Bemerkungen zu wenig Bedeutung beimessen, in denen ernst zu nehmende hoffnungsvolle Möglichkeiten stecken könnten.

Zolis verdorbenes Debüt

Als der 70jährige Senator Adonis Zoll, der Mitte Mai Ministerpräsident wurde, in der zweiten Morgenstunde des vergangenen Sohnabend müde und ein wenig krampfhaft lächelnd die Aula des Abgeordnetenhauses von Monte Citorio in Rom verließ, glaubte er, das Vertrauensvotum für seine christlich-demokratische Minderheitsregierung in der Tasche zu haben.

Die neue Alte Pinakothek

Ein Ereignis war die Eröffnung der wiederaufgebauten Alten Pinakothek, die am 6. Juni mit einem Staatsakt feierlich begangen wurde.

Der Brief an Gustaf Gründgens

Die Stadt Kiel ist von der SPD-Fraktion ihrer Ratsversammlung blamiert worden. Gustaf Gründgens lehnte wegen „Inhalt und Form“ eines Briefes, den er von der Kieler SPD-Fraktion erhalten hatte, die Annahme des Kieler Kulturpreises ab.

Mazedonische Schätze

Im mazedonischen Nea-Pela ist mit Ausgrabungen begonnen worden, die nach Meinung optimistischer Archäologen Peli, die alte Hauptstadt König Philipps von Mazedonien, zutage fördern sollen.

Menschen wie du und ich

Ehrlich gesagt... ich weiß manchmal nicht, wie das so weitergehen soll, und kann vor Sorgen nachts kein Auge zutun. Mit unserer Welt stimmt doch irgendwas nicht.

Neue Schallplatten:: Bachs „Testament“

Johann Sebastian Bachs letztes großes Werk, die Kunst der Fuge, wird oft als ein Testament bezeichnet. Wenn man unter diesem Wort eine feste, nach allen Richtungen gesicherte Bestimmung verstehen will, so ist in unserem Fall die Bezeichnung fehl am Platze.

ZEITMOSAIK

Heute beginnt sich zu enthüllen, was wir in Wirklichkeit erreichen können: Nicht das Unbedingte, sondern die Einsicht in die Bedingungen unseres Wissens und unserer Macht.

1918 – das Jahr des „Soldaten“

Unter den international wirkenden heutigen Dirigenten nimmt Hermann Scherchen eine besondere Stellung ein: Er ist seit Jahrzehnten der musikalische Interpret der Moderne, der durch keinen Miterfolg gebeugt und durch keinen Erfolg verführt wurde, den bequemen Lorbeer-Weg zu gehen.

Der Ball der Saison

Der junge Pressevertreter schneidet schaffen Brotmesser-Profils, zum erstenmal im Smoking, durch die prominierenden Prominenten auf dem Mittelgang vor der Ehrentribüne.

Das Grausen als reine Kunst

Die „Englische Dekade“ im Pariser „Theater der Nationen“ wurde von der Shakespeare Memorial Theatre Company, Stratford upon Avon, mit einem einzigen Stück bestritten, „Titus Andronicus“, einem Frühwerk Shakespeares (es wurde 1594 zum erstenmal aufgeführt und galt in den letzten hundert Jahren als „unspielbar“).

Unsachlich von A bis Z

Mit leuchtend rotem Einband und goldenem Letternaufdruck versehen, liegt es da in den Schaufenstern der sowjetzonalen Buchhandlungen, das neue Lexikon „A–Z in einem Band“ des Volkseigenen Bibliographischen Instituts zu Leipzig.

Cocktail-Traurigkeit

Man muß nicht dem 19. Jahrhundert angehören, das die Bärte liebte und die mit vierzig Jahren einsetzende Seriosität, um 17- oder 18jährigen Buchautoren gegenüber ein wenig vorsichtig zu sein.

In memoriam Rudolf Borchardt

Rudolf Borchardt, Altphilologe, Dichter, Politiker, Übersetzer und Kritiker in einer Person und alles mit der gleichen anspruchsvollen Strenge, wäre am 9.

Funk für Anspruchsvolle

Auf den Mut kommt es auch im Fernsehen an; auf die Entschiedenheit des Denkens und Umdenkens. Gustav Rudolf Sellner, der Darmstädter Intendant, der in den letzten Jahren für den Bildschirm unter anderem Orffs „Kluge“, Büchners „Woyzeck“ und den „Trojanischen Krieg“ von Giraudoux inszeniert hat, bewies es jetzt erneut, als er die orientalische Geschichte von „Abu Kasems Pantoffeln“ im NWRV herausbrachte.

Frauen und Piraten

Da heute Luxuszüge „Saphir“ und da Raketen „Nike“ heißen – warum soll da nicht ein Bäderschiff, das in den Dienst nach Helgoland eingesetzt wird, „Bunte Kuh“ genannt werden? Einige lokalstolze und selbstbewußte Hamburger fanden jedoch, daß dies ein lächerlicher Name für ein stolzes Schiff sei, bis sie belehrt wurden, daß sie ihre ganze reiche Gegenwart zum Teil einer historischen „Bunten Kuh“ verdanken, jenem Schiff, das den Piraten Klaus Störtebeker und seine Vitalienbrüder vor Helgoland entscheidend schlug und die lästigen Seeräuber, von der heimatlichen Küste vertrieb.

Baden-Württemberg: Reaktor in Spargelfeldern

Die bundesdeutschen Atomreaktorbauer müssen auf der Stelle treten. Und dabei hatte man sich vorgenommen, den Vorsprung anderer Staaten auf dem Gebiet der Atomforschung möglichst rasch aufzuholen.

Drucksache IV Nr. 150

Den Text zur ersten Strophe der Sarastro-Arie aus Mozarts „Zauberflöte“ lieferte der stellvertretende Justizminister des Landes Hessen, Staatssekretär Rosenthal-Pelldram, den 96 Abgeordneten des Landtages in Gestalt der Drucksache IV Nr.

Zeigefinger Gottes

Im Hamburger Stadtteil Hamm geht ein Neubau seiner Vollendung entgegen, der die Gemüter der sonst so besonnenen Hamburger Bürger in den letzten Monaten sehr erregt hat.

Hamburg: Frevel auf dunklem Beet

Ein Mensch, der beobachtet, wie ein anderer sich in einer öffentlichen Anlage – im Dunkeln noch dazu – an einem Beet zu schaffen macht, tut immer gut daran, eine Untat zu wittern, die angezeigt werden muß.

Warum vertagt?

Von der Tagesordnung des Plenums des Bundestags ist das Kriegsfolgenschlußgesetz wieder einmal abgesetzt worden. Es heißt, der Rechtsausschuß habe sein Votum noch nicht gegeben.

Ein mutiger Drogist

Preiserhöhungen sind ein Ärgernis, das sich mit bloßem Schimpfen leider nicht beseitigen läßt. Die westdeutschen Verbraucherorganisationen haben dies seit langem erkannt und appellieren immer wieder an die Hausfrauen, bei ihren Einkäufen endlich zu dem bewährten Prinzip unserer Großmütter zurückzukehren und lohnenswerte Preisvergleiche in verschiedenen Geschäften anzustellen.

Exportpflege nicht vernachlässigen

Trotz aller Bemühungen zur Steigerung der bundesdeutschen Importe, deren Umfang – im Hinblick auf unser Devisenpolster und mit Rücksicht auf unsere Handelspartner – noch immer als unzulänglich bezeichnet werden muß, bleibt eine unverminderte Exportpflege nach wie vor die Hauptaufgabe unserer Außenhandelswirtschaft.

Versorgungspflicht – eine Last

Auf ihrer großen Jahrestagung in Karlsruhe unterbreiteten die Gas- und Wasserfachmänner der Öffentlichkeit ihre Sorgen. Sie haben ihre Ursache vor allem darin, daß die Versorgungsunternehmen auf der Grenze zwischen dem privatwirtschaftlichen und dem öffentlichen Bereich liegen und in beide hineinreichen.

Bundeshaushalt: Die kritische Phase hat begonnen!

Mit Rekordausgaben von 37,4 Mrd. DM wurde der Bundesetat 1957/58 vom Bundestag verabschiedet. Bei seiner Gestaltung blieben alle die schönen Reden, in denen Minister und Abgeordnete in den letzten Jahren zum Maßhalten aufgefordert hatten, völlig unbeachtet.

Börse: Wachsendes Interesse

Von allen Bankschaltern wird bestätigt, daß das Interesse an der Wertpapieranlage wächst. Bei den achtprozentigen Industrieanleihen ist das ohne weiteres begreiflich, denn es dürfte jetzt eindeutig feststehen, daß bessere Konditionen, als sie gegenwärtig auf diesem Marktgebiet geboten werden, nicht mehr zu erwarten sind.

Auf einen Blick ...

In Bonn macht ein neues Schlagwort die Runde: es wird davon gesprochen, daß die Parteien der Regierungskoalition den Gedanken der Volkswohnung kreieren wollen, der vor oder kurz nach den Bundestagswahlen die Form eines Gesetzentwurfes finden soll.

Opel-Bilanz: Sehr offen

Die Bilanzen der Adam Opel Aktiengesellschaft stoßen in der Fachwelt auf besondere Aufmerksamkeit, weil sie sehr offen sind.

Vom Wohlfahrtsstaat bedrängt

Der Verband der privaten Krankenversicherung hielt seine Mitgliederversammlung in Travemünde ab. Mit dem reichen Material des Rechenschaftsberichtes, der dort vorgelegt worden ist, sollten sich nicht nur alle Mitarbeiter und Freunde der privaten Krankenversicherung beschäftigen, sondern vor allem auch Bundesregierung und Bundestag.

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