In der Diskussion um die Möglichkeiten und Wege zur privaten Eigentumsbildung, die seit kurzem durch die von Bundeswirtschaftsminister Erhard in die Öffentlichkeit getragene Idee der Volksaktie neue Nahrung erhalten hat, wird immer wieder außer acht gelassen, daß eine Möglichkeit der persönlichen Eigentumsbildung, nämlich durch den Bau eines Eigenheims, schon lange von allen Kreisen der Bevölkerung und besonders von der Arbeiterschaft in zunehmendem Maß ausgenutzt wird. Allein bei der größten kontinentalen Bausparkasse, der Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot in Ludwigsburg, sind auch 1956 über 40 v. H. der Empfänger von Baudarlehen Arbeiter gewesen. Nur rund 19 v. H. waren Angestellte und rund 18 T. H. Selbständige.

Am deutlichsten zeigt sich das wachsende und vom politischen sowie wirtschaftlichen Geschehen unbeeinflußte Interesse am eigenen Haus in den Geldeingängen der Bausparkassen. Das Spar- und Tilgungsaufkommen der 29 privaten und öffentlichen Bausparkassen im Bundesgebiet, an dem die GdF mit rund 22 v. H. beteiligt ist, hat sich 1956 um 15,75 v. H. auf 2,20 Mrd. DM erhöht, während gleichzeitig die gesamte Sparquote im Bundesgebiet von 6,8 auf 6,1 v. H. des weiter gestiegenen Einkommens zurückging. Ferner hat sich 1956 auch im gesamten Wohnungsbau der Anteil der privaten Bauherren insbesondere im Eigenheimbau weiter vergrößert. Die GdF führt das darauf zurück, daß von den zunehmenden Schwierigkeiten in der Beschaffung erststelliger Hypotheken vor allem die großen Wohnungsunternehmen betroffen wurden, während den privaten Bauherren die ständig steigenden Finanzierungsleistungen der Bausparkassen zugute kämen. Dies dürfte auch der Grund dafür sein, daß 1956 die Bausparkassen in der Wohnungsbaufinanzierung mit einem von 27,2 auf 33,6 v. H. erhöhten Anteil an die erste Stelle gerückt sind, während der Anteil der Sparkassen von 25,5 auf 23,1 und der Hypothekenbanken von 37,9 auf 32,7 v. H. zurückging.

Die GdF, die seit ihrem Bestehen nunmehr 10 0000 Häusermitfinanziert hat, konnte 1956 eine weitere Zunahme ihrer Vertragsabschlüsse auf 1,27 (1,24) Mrd. DM Bausparsumme verzeichnen. Der Vertragsbestand hat sich damit auf 5,54 Mrd. DM erhöht, wovon 75 v. H. auf Bausparsummen zwischen 5000 und 20 000 DM entfallen. Der Geldeingang stieg um 17,6 v. H. auf 483 (410) Mill. DM. Dementsprechend konnten auch die Baugeldbereitstellungen auf 452,5 (372,3) Mill. DM erhöht werden. Damit wurden seit der Geldumstellung über 1,5 Mrd. DM an Baugeldern von der GdF ausgeschüttet und insgesamt 77 983 Gebäude mit 139 734 Wohnungen mitfinanziert. 1956 waren es allein 21 215 Gebäude mit 39 099 Wohnungen. An Darlehen wurden in der Berichtszeit außerdem noch rund 200 (162) Mill. DM ausgezahlt wodurch sich der Bestand hierin auf 590 Mill. DM erhöht hat. Diese steigende Entwicklung hat auch im ersten Quartal 1957 angehalten, in dem sich gegenüber der gleichen Vorjahreszeit die Neuabschlüsse auf 231 (208) Mill. DM Bausparsumme, die Geldeingänge auf 156,5 (121,7) und die Baugeldbereitstellungen auf 268 (213) Mill. DM erhöht haben. C. B.