Wenn es noch an Argumenten gegen die von Jahr zu Jahr weiter um sich greifende Sensationsindustrie – nicht nur in anderen Ländern, sondern auch bei uns – fehlen sollte, hier ist eines, und ein stärkeres gibt es kaum: Der kommunistische Volksgerichtshof in der ungarischen Stadt Raab hat sechs Konterrevolutionäre zum Tode verurteilt, weil sie während der Oktoberrevolution drei Offiziere der kommunistischen Sicherheitspolizei, die an dem Massaker in Ungarisch-Altenburg beteiligt waren, erschossen hatten. Diese Urteile sind für den Westen deprimierend genug. Aber noch niederdrückender ist die Tatsache, daß es ohne diesen Westen nur fünf Todesurteile gegeben hätte. Einer der Verurteilten nämlich konnte von seinen roten Richtern nur auf Grund eines Bildes in der amerikanischen Zeitschrift "Life" als Teilnehmer an der Tötung der drei Sicherheitspolizisten identifiziert und damit überführt werden. O.P.