Eine wirtschaftlich kaufmännische Überraschung steht bevor: Herbert Eklöh, Chef der fast unbemerkt in den letzten Jahren groß gewordenen Herbert Eklöh KG a.A. in Köln und Vater einer Tochtergesellschaft in Havanna (Cuba), wird im Herbst dieses Jahres in einer ausgedienten Kölner Sporthalle den ersten Supermarkt Europas eröffnen. Auf 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche wird die Hausfrau alle Lebensmittel (einschließlich verpacktes Frischfleisch, Obst und Gemüse) sowie auch noch einige haushaltswirtschaftliche Hartwaren unter einem großen Dach vorfinden und kaufen können, falls sich ihre Vorliebe für moderne Verkaufstechnik mit Herbert Eklöhs Fortschrittlichkeits-Enthusiasmus decken wird ...

Der Supermarkt, den Eklöh mit der vielen „dynamischen“ Unternehmern eigenen „Gläubigkeit“ als die einzig mögliche Entwicklung der Zukunft preist, ist ein alle überkommenen Größenordnungen mittelständisch-selbständigen Handeltreibens sprengender Großladen mit völliger Selbstbedienung nach amerikanischem Vorbild.

Hinter Eklöhs Zuversicht verbirgt sich freilich die Frage, ob der Supermarkt schon europareif ist. Eklöh kann heute noch nicht sagen, ob der spektakuläre Anreiz eines Supermarktes mit Korbwagen für die Kunden, günstigen Preisen und Kinderstube zum Vertreib der mütterlichen Einkaufszeit groß genug sein wird, dieses Experiment aus dem Bereich der Einmaligkeit in den Bezirk dauerhafter rationaler Betriebswirtschaft zu heben. Sicher wird sich der übrige Einzelhandel mit Skepsis, wenn nicht gar Ablehnung gegen diese amerikanische „Importware“ wappnen.

Aber selbst wenn Eklöhs Kölner Experiment fehlschlagen sollte, ist dieser vielleicht jüngste deutsche Lebensmittelfilialbetrieb nicht ernsthaft in Gefahr: 1956 wurden in rund 58 Filialen 60Mill. DM umgesetzt, die cubanische Tochtergesellschaft erreichte 3 Mill. $ in zwei Supermärkten. An die Kommanditaktionäre wurden 10 v. H. Dividende ausgeschüttet. Dü.