Die höchste Aufgabe einer jeden Kunst ist, durch den Schein die Täuschung einer höheren Wirklichkeit zu geben. Ein falsches Bestreben aber ist, den Schein so lange zu verwirklichen, bis endlich nur ein gemeines Wirkliche übrigbleibt. Johann Wolfgang Goethe

Mozart monumental

2500 Plätze soll das neue Festspielhaus haben, das die Salzburger nach den Plänen des Architekten Holzmeister bauen wollen. Dreißig Meter weit soll die in den Felsen gehauene Bühne werden. Die in diesem Kolossalbau inszenierten Mozartopern werden dirigiert von – der Touristenindustrie.

Studenten-Kaufkraft

Der Studentenausschuß der Universität München hat eine "scharfe Mißbilligung" der Anzeigenwerbung des Neustädter Akademos-Verlages ausgesprochen, der in der Hoffnung auf Übernahme der Geschäftsführung einer Studentenzeitung bereits eine großangelegte Anzeigenkampagne gestartet hatte und in einem Werbeprospekt auf die steigende Kaufkraft der Studenten angesichts der nun einsetzenden verstärkten Studienförderung hinwies. Wenn über eine wunde Frage mal etwas Gras gewachsen ist, schon kommt so ein Verlag gelaufen, der alles wieder ’runterfrißt.

Südafrikanischer Nonkonformismus

Alan Paton, Erfolgsautor des verfilmten Afrika-Romans "Cry, the Beloved Country" (deutscher Titel: "Denn sie sollen getröstet werden"), hat jetzt – wie vor ihm einige Würdenträger der Kirche – offen angekündigt, daß er sich den neuen Rassentrennungsgesetzen der südafrikanischen Unions-Regierung nicht fügen werde. Die neuen Gesetze verbieten jede religiöse, politische und gesellschaftliche Versammlung, an der Farbige und Weiße teilnehmen. Solange in Südafrika solche Rassengesetze notwendig erscheinen, wird es nie ganz gut stehen um das Land. Solange es in Südafrika so viel Zivilcourage gibt, kann es nie ganz schlecht stehen um das Land.