Wenn auch der Welthandel während des vergangenen Jahres einen neuen Rekord aufstellen konnte, so wirkt doch alarmierend, daß die Handelsausweitung zum überwiegenden Teil nur den hochindustrialisierten Ländern zugute gekommen ist. Das heißt: das wirtschaftliche Gefälle zwischen den industrialisierten und unterentwickelten Ländern hat sich auch 1956 weiter verstärkt. Falls diese Entwicklung anhält, dürften die Importüberschüsse der Entwicklungsländer der übrigen Welt über kurz oder lang ernste finanzielle Fragen vorlegen.

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Indien hat am 1. Juli für die Dauer von zunächst drei Monaten einen radikalen importstopp wegen der äußerst knappen Devisenvorräte einführen müssen. Erleichterungen will Neu-Delhi nur für die Einfuhr von lebenswichtigen Rohstoffen gewähren. Von diesem Importstopp werden die Bundesrepublik und die Schweiz am stärksten betroffen. Auch der erheblich gesteigerte Affenexport konnte Indiens Devisenlage nicht erleichtern, obwohl im Vorjahr 156 893 Affen immerhin 6,4 Mill. DM an Devisen einbrachten. Es handelt sich hier um Versuchstiere für medizinische Zwecke, die nach allen Teilen der Welt verkauft werden.

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Von den westdeutschen Erdölgesellschaften wurde am Wochenbeginn der Tankstellenpreis für Dieselkraftstoff um einen Pfennig je Liter gesenkt. Das ist seit dem Wirksamwerden der Suez-Zuschläge der dritte Preisabschlag. Gegenüber den Vor-Suez-Preisen ist Dieselkraftstoff in der Bundesrepublik aber noch immer um zwei Pfennig und Vergaserkraftstoff – also Benzin – um einen Pfennig teurer.