Im Rahmen der öffentlichen Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gab der Präsident Professor Dr. Emil Preetorius die neugewählten Mitglieder bekannt: in der Abteilung Bildende Kunst Richard Seewald (bisher außerordentliches Mitglied) und der Münchener Maler Hans Gott; in der Abteilung Schrifttum die Dramatikerin Marieluise Fleißer. Neue korrespondierende Mitglieder sind Julien Green, T. S. Eliot, Giuseppe Ungartti, Bonaventure Tecchi und die dänische Schriftstellerin Tania Blixen. Die Akademie hat einen Literaturpreis von 5000 DM an (den inzwischen verstorbenen) Alfred Döblin und einen von 3000 DM an Sigismund von Radecki verliehen. Die Abteilung Musik wird aus Anlaß der Uraufführung der Kepler-Oper "Harmonie der Welt" von Paul Hindemith bei den diesjährigen Münchener Festspielen eine Publikation herausgeben.

Übrigens steht jetzt fest, daß der Komponist sämtliche Aufführungen seines neuen Bühnenwerkes selbst dirigieren wird, da Operndirektor Ferenc Fricsay wegen einer Nervenentzündung einen unbefristeten Urlaub antreten mußte. Das alte Problem eines vollverantwortlichen musikalischen Hausherrn der Bayerischen Staatsoper, das man durch die Berufung Fricsays behoben glaubte, ist kaum nach seinem Amtsantritt, somit wiederum praktisch aktuell geworden. Trotz einiger erstrangiger Einstudierungen von seiner Hand muß man sagen, daß die übergroßen Erwartungen, die an seinen Namen geknüpft worden sind, bisher nicht erfüllt wurden. Befremdung erregte es auch kürzlich, daß die "Festaufführung" der "Elektra" von Strauß anläßlich der Eröffnung der Alten Pinakothek nicht von Fricsay als dem repräsentativen musikalischen Oberhaupt der Staatsoper dirigiert wurde. Es hat. sich auch herumgesprochen, daß Fricsay Strauß wie Wagner gern vermeidet, und diese Einstellung wird in München ohne Frage seine Position auf die Dauer belasten. A-th