DIE ZEIT

Eisenhower und der Frieden

Die letzte Verantwortung für das, was in Washington entschieden wird, trägt ein frühzeitig gealterter Mann, der in den Abendstunden eines Lebens voller Ruhm und Glanz den einen großen Wunsch hat: Der Welt den Frieden zu schenken – einen Frieden in Freiheit.

Explosion in Bonn

Atom-Meiler – die ersten im Bundesgebiet hätten im Herbst fertig werden sollen – bringen Strahlen und daher Gefahren für die Gesundheit.

Die „algerische Grippe“

Seit ein Straßenauflauf in Algier einen französischen Ministerpräsidenten das Steuerrad um 180 Grad herumwerfen ließ, ist in Paris zum erstenmal seit dem verschleierten Bürgerkrieg von 1948 die „Straße“ wieder zu einem zentralen Faktor der Politik geworden.

ZEITSPIEGEL

Ich bin ein internationaler Soldat, ich diene fünfzehn Ministerpräsidenten zugleich, und das ist manchmal leichter als nur einem zu dienen.

Universität aus eigener Börse

Die Zeiten haben sich sehr verändert. Das Bedürfnis, höhere geistige Bildung dem einzelnen zugänglich zu machen, wird allgemein empfunden.

Euratom-Spaltung

Vor drei Jahren wußte man, daß die EVG erledigt war, als sich die drei führenden französischen Soldaten gegen sie ausgesprochen hatten: der General de Gaulle der Marschall Juin und der alte General Weygand.

Der Atomlord von Oxford

Am äußeren Saum des Universitätsgeländes von Oxford mit dem Blick über eine wundervolle Landschaft von Wiesen und Bäumen steht ein phantastisches Haus im reich ornamentierten Stil des 19.

Sonnenstrahl im Bundestag

Folgendes kleine Protokoll aus dem Bundestag verdient es, in vollem Wortlaut wiedergegeben zu werden. Es sind die Worte, die der sozialdemokratische Abgeordnete und zweiter Vorsitzender des Finanzausschusses, der Kieler Professor Jülich an den Abgeordneten Dr.

Ärzte und Atome

Zweimal kamen auf dem 60. Deutschen Ärztetag, der vom 25. bis 29. Juni 1957 in Köln stattfand, die Atomgefahren unserer Zeit zur Sprache.

Wer rief Dorls?

Es sind über den Außenhandelskaufmann Hertslet und seine Geschäftsmethoden vielleicht verschiedene Meinungen möglich. Aber einen Mann zum Landesverräter zu stempeln, ohne Beweise dafür zu besitzen, ist doch mehr als verwunderlich.

Savonarola und die rote Bulldogge

Das Wappentier des alten Simplizissimus, die rote Bulldogge, die eine zerrissene Kette hinter sich her schleift, kommt dem neuen Simpl von heute offenbar nicht zu.

Plastik mit make-up

Diese Einsicht liegt auch dem Arrangement der Ausstellung in Villa Hügel bei Essen „Europäische Bildwerke von der Spätantike bis zum Rokoko“, sämtlich aus den ehemaligen Staatlichen Museen in Berlin, zugrunde.

Jan Molitor: Der Entenprozeß

Bändige, o Muse, meinen großen Zorn in diesem Augenblick, da ich die Feder ergreife, auf daß ich im Kampfe für zwei Kreaturen nicht über das Maß hinausgehe und große Beleidigungen aus mir herausschleudere, statt kleine Beleidigungen.

Zauber des Ovid

Wenn er noch lebte, so würde Publius Ovidius Naso (43 v.Chr. bis etwa 18 n.Chr.) in diesem Jahr 2000 Jahre alt. Er wurde es nicht, natürlich nicht, aber seine Ars Amandi, die Metamorphosen, die Liebeselegien und Klagelieder, die ihn im Rom des klassischen Altertums berühmt und berüchtigt machten, sind unvergessen bis auf den heutigen Tag.

Zurück ins trächtige Chaos

Er litt sehr viel, starb sehr langsam, durch viele Jahre – und nicht ohne Bitterkeit. Schon in einem Brief vom 12. September 1951 hieß es: „Eine Masse Bücher, alles in die Luft geredet, aber zur Verfügung der Literaturhistoriker und Totengräber.

Hindemith dirigiert selber

Im Rahmen der öffentlichen Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gab der Präsident Professor Dr. Emil Preetorius die neugewählten Mitglieder bekannt: in der Abteilung Bildende Kunst Richard Seewald (bisher außerordentliches Mitglied) und der Münchener Maler Hans Gott; in der Abteilung Schrifttum die Dramatikerin Marieluise Fleißer.

Das andere Zypern

Auf einem Hügel in der Nähe des Hafens von Paphos auf Zypern werden jetzt die Reste jenes sagenhaften byzantinischen Schlosses ausgegraben, das 1191 dem englischen König und Kreuzfahrer Richard Löwenherz als Wohnsitz und Hauptquartier diente.

ZEITMOSAIK

Die Universität der Gegenwart und der Zukunft kann gerade den Studenten nicht entbehren, der gegen den Strom sich haltend in unabhängigem Geiste zu arbeiten unternimmt.

Im Süden nichts Neues

Ägypten ist nahezu geräumt von britischen Truppen, das Schicksal der ehemaligen italienischen Kolonien ist noch nicht entschieden, aber es ist anzunehmen, daß diese Gebiete in irgendeiner Form eine größere Selbständigkeit erlangen werden.

Aus den letzten Briefen

Am 7. Juli 1956, zwei Monate nach Vollendung seines siebzigsten Lebensjahres, starb Gottfried Benn. Von Beruf praktischer Arzt in Berlin, von Berufung ein vielseitiger Mann der Feder, Essayist und Dramatiker, hat er bei uns am sichtbarsten den Typus des modernen Lyrikers repräsentiert: weltenweit entfernt vom idyllischen und romantischen Poetentum des 19.

Seller-Teller: Juni 1957

Zum zweiten Male veröffentlichen wir heute unseren „Seller-Teller“, der bei seinem Erscheinen, vor vier Wochen, so großes Interesse geweckt und soviel Anteilnahme gefunden hat, daß wir ihn auf jeden Fall beibehalten wollen.

Typische Österreicher

Der siegreich schmetternde Radetzky-Marsch mutet seltsam an als Leitmotiv einer wehmütig heiteren Erzählung vom Glanz und Untergang der Habsburger Monarchie, Und doch gehören diese lockeren Klänge untrennbar zum „untrennbaren“ Österreich-Ungarn: wie dieser Roman von Joseph Roth zum großen Erzählerbestand der modernen deutschen Literatur gehört.

Polnische Ballade vom freien Leben

Zwölf Jahre nach dem Zeitpunkt „O“ haben wir Deutschen vieles wieder aufgeholt, wovon wir zwölf Jahre lang durch das nationalsozialistische Regime abgetrennt waren.

Ein griechischer Hamsun

Mehrere der Bücher des griechischen Dichters Niko Kazantzakis bilden eine großartige Einheit. Ich denke dabei namentlich an drei: Seinen Jesusroman „Die letzte Versuchung“, der wohl als sein Hauptwerk gelten darf, an das patriotische Epos „Freiheit oder Tod“ sowie an die „Griechische Passion“.

Rheinland-Pfalz: Wir sind anderer Meinung, Herr Minister Becher!

Vor einiger Zeit befaßten wir uns an dieser Stelle (DIE ZEIT, Nr. 5, 1957) mit den merkwürdigen Auffassungen der rheinland-pfälzischen Polizeibeamten und Richter, die in einem sich drei Jahre hinziehenden Verfahren (schwere Ausschreitungen gegenüber einem Jugendlichen) zur Ausdruck kamen.

Bessere Zeiten?

Nicht von jener Flaschenpost wollen wir hierberichten, die, von viel Romantik und Seemannsgarn umsponnen, Nachrichten über die Meere trägt und irgendwo ans Gestade gespült wird.

Berlin: Und wieder heißt er Schlüter

Der Antrag eines Münchener Beamten an die Berliner Behörden auf Freigabe zweier beschlagnahmter Grundstücke in Lichterfelde hat einen neuen „Fall Schlüter“ heraufbeschworen (in Erinnerung sind noch der niedersächsische Kultusminister sowie der Hamburger Waffenhändler gleichen Namens).

Notizen für Reisende

Flugzeuge zu vermieten. „Flugzeug-Selbstflieger-Unternehmen“ sollen in Amerika eingerichtet werden. Privatpiloten können sich in Zukunft an allen internationalen Eingangsflughäfen Amerikas ein Flugzeug mieten, das sie selbst fliegen.

Reisende am Gängelband

Eine Studienreise im Sonderomnibus nach Potsdam ist wie eine Expedition. Kürzlich erhielt der erste mit einer Gruppe Hamburger Lehrer die Genehmigung einzureisen.

Auslandsreisen leichter

Auch die Niederlande und Österreich haben den Paßzwang aufgehoben. Es genügt zur Einreise ein Personalausweis, allerdings gibt es an den österreichischen Schlagbäumen seitdem, einige Enttäuschungen.

Abseits der Glocknerstraße

Osttirol – das kleine Land um Isel und Drau, ist seit dem Verlust des Etschlandes für Österreich ein Stiefkind Tirols geworden, und nur dem ererbten Stolz seiner Bewohner war es zu danken, daß es sich wirtschaftlich nicht an das geographisch viel günstiger gelegene Kärnten anschloß.

Auf nach Triste

Fährt man auf der großen Strecke von Ahausen über Bebra nach Zetlingen, dann passiert man kurz hinter dem bekannten Esdorf den Bahnhof von Triste.

Funk für Anspruchsvolle

Im letzten Fernseh-„Panorama“ stach Chruschtschow sowohl den Verleger Ernst Rowohlt als auch ein Kölner Fräulein aus, das im vorigen Jahr in heiterster Anarchie Königin geworden war, Schönheitskönigin von Weltrang.

Krach im Europäischen Wirtschaftsrat

Unerwartet scharf war die Kritik, sehr nachdrücklich waren die Forderungen, die von unseren Partnern in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (OEEC) – erstmals in geschlossener Front – auf der jüngsten Sitzung der Ministerstellvertreter in Paris gegen die Bundesrepublik vorgebracht wurden.

Vocke & Cons. Nachf.

Wenn am 20. Juni 1958 – preisend mit viel schönen Reden, wie man ja wohl annehmen darf – der zehnte Jahrestag der D-Mark begangen wird, werden die beiden Männer, die aus der vielgescholtenen Währungsumstellung von damals mit Hilfe eines allgemein (und auch von Fachleuten.

Der Großhandel hat Buttersorgen

Es gibt heutzutage wenig Wirtschaftszweige, die nicht jede mögliche Gelegenheit ausnutzen, um ihre Zugehörigkeit zu der mittelständischen Wirtschaft zu betonen.

Wie Tante Minchen...

Die alten Tanten an der Ruhr hatten Hochsaison. Ein Generaldirektor stürzte von seinem hohen Sessel, und eine Klatsch-Welle, mit tausend fetten Stories, entstand.

Europa ohne Angina pectoris

Den Husarenritt René Plevens, der als Berichterstatter des politischen Ausschusses der beratenden Versammlung der Kohle- und Stahlgemeinschaft die Hohe Behörde aufforderte, Informationskontakte zu Ostblockstaaten aufzunehmen und mit der Sowjetunion und Polen enge Beziehungen zu pflegen, mag man als das politisch auffälligste Thema der Straßburger Debatte in der vergangenen Woche werten.

Schnellere Häfen

Der technische Kongreß der International Cargo Handling Coordination Association (ICHCA), zu dem 500 Hafenexperten aus allen Teilen der Welt in Hamburg zusammenkamen, hatte sich eine beachtenswerte Aufgabe gestellt: Er will dazu beitragen, daß die „langsamen“ – und deshalb kostspieligen – Häfen endlich der Vergangenheit angehören.

Die unheilvolle Rolle Frankreichs

Wenn die Außenzölle des Gemeinsamen Marktes höher sind, als es vordem die Zölle mehrerer der Mitgliedsstaaten gewesen waren, so steht eben dem Gemeinsamen Markt nach innen der weniger Gemeinsame Markt nach außen gegenüber.

Röpke: Wehret beizeiten den Ökonomisten und Bürokraten!: Ein gefährlicher Punkt

Mir scheint das ein ganz besonders gefährlicher Punkt: Gefährlich deshalb, weil einerseits der günstige Effekt des Zusammenschlusses in der Tat von einem möglichst vollständigen und raschen Abbau abhängt, andererseits aber ein möglichst vollständiger und rascher Abbau selbstverständlich sehr einschneidende Wirkungen hat und sehr schmerzhaft ist.

Auf einen Blick ...

Wenn auch der Welthandel während des vergangenen Jahres einen neuen Rekord aufstellen konnte, so wirkt doch alarmierend, daß die Handelsausweitung zum überwiegenden Teil nur den hochindustrialisierten Ländern zugute gekommen ist.

Athen hat starke Bedenken

Als die von der griechischen Regierung eingesetzten Kommissionen für Industrie und Landwirtschaft ihre Gutachten über die Lage dieser Wirtschaftszweige Griechenlands in einem europäischen Markt abgegeben hatten, stellte auch die Regierung ihr Memorandum zu dieser Frage fertig, um es nun dem Europäischen Wirtschaftsrat zuzuleiten.

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