Zum zweiten Male veröffentlichen wir heute unseren "Seller-Teller", der bei seinem Erscheinen, vor vier Wochen, so großes Interesse geweckt und soviel Anteilnahme gefunden hat, daß wir ihn auf jeden Fall beibehalten wollen. Gegen Ende jeden Monats fragen wir führende Buchhandlungen in den großen Städten des Bundesgebiets nach den Büchern, die sie im vergangenen Monat am besten verkauft haben. Die fünf Bücher, die dabei von den meisten Buchhandlungen genannt werden, erscheinen auf unserem "Verkaufserfolgszähler". Daß wir statt dieses schwerfälligen Wortes oder statt "anspruchsvoller" Bezeichnungen wie "Geschmacks-Statistik" oder "Spitzenwerke" ein angelsächsisch anmutendes Wort gebildet (nicht etwa übernommen) haben, hat die meisten kritischen Reaktionen ausgelöst. Zahlreicher aber waren trotzdem die Leser, die Gefallen gefunden haben an dem nicht allzu gewichtigen, wohl gar etwas verspielten Wort. Also lassen wir’s vorerst noch dabei. Verstummt ist die Kritik, die eine "Stärkung des verhaßten Bestseller-Prinzips" fürchtete. Im Gegenteil, es haben sich bereits kritische Stimmen erhoben und die Ansicht vertreten, unsere Auswahl der Buchhandlungen sei zu streng und das Beobachtungsfeld sei dadurch zu stark eingeengt. Kritik und Gegenkritik halten sich etwa die Waage. Im übrigen hat uns das Ergebnis und sein Echo selber überrascht. Es scheint gelungen zu sein, die fünf Bücher zu ermitteln, die von Bücherfreunden (im Gegensatz zu Lesestoff verschlingern einerseits und Wandregaldekorateuren andererseits) im vergangenen Monat am häufigsten diskutiert – und eben auch gekauft wurden.