GK, Rosenheim

Über sechzig Mitglieder von Obst- und Gartenbauvereinen des bayerischen Inntals müssen in diesen Tagen einen ihrem bäuerlichen Beruf recht artfremden Schulungskurs absolvieren: sie werden als Raketenschützen ausgebildet. Weil jedoch der Gegner, auf den sie demnächst schießen sollen, einer ihrer gefürchtetsten Feinde ist, hofft man, daß sie mit Lust bei der Sache sein und besonders genau zielen werden.

Es handelt sich bei diesem kriegerischen Unternehmen um nichts anderes, als um die Hagelbekämpfung.

Der Plan, ähnlich wie in der Schweiz und in Südtirol, schwere Gewitterwolken mit Raketen zu beschießen und durch chemische Beeinflussung die Bildung von Hagelkörnern zu verhindern, bewegt schon seit Jahren den Landrat des Kreises Rosenheim, Georg Knott, und seine Mitarbeiter. Denn gerade das fruchtbare Voralpengebiet zwischen den Flüssen Mangfall und Inn und dem Chiemsee wird immer wieder von schweren Hagelschauern heimgesucht, die vor allem die Obst- und Gemüsegärten übel zurichten. Mit Ausdauer bestürmten die Rosenheimer die bayerische Staatsregierung und den Landtag, sie möchten doch Geld für die Hagelabwehr zur Verfügung stellen. Dort war man zunächst ein wenig skeptisch.