Obwohl die zur Thyssen-Bornemisza-Gruppe gehörende Bergwerksgesellschaft Walsum mbH, Walsum, nicht publizitätsverpflichtet ist, übergibt sie doch der Wirtschaftspresse erstmalig für 1956 Bilanz und Geschäftsbericht. Daraus ist zu entnehmen, daß auf das Stammkapital von 30 Mill. DM eine von 10 auf 12 v. H. erhöhte Dividende zur Ausschüttung gekommen ist und daß im Frühjahr 1957 eine Anleihe von 30 Mill. DM aufgelegt worden war.

Die Gesellschaft hält seit einigen Monaten mit über 8800 t Tagesförderung die Spitze in der Kohlenförderung von über 140 Zechen. Sie hat seit 1950 die Förderung fast verdoppeln und den Umsatz von damals 40 auf jetzt 122 Mill. DM mehr als verdreifachen können. Diese Umsatz Steigerung ist das Ergebnis erheblicher Investitionen in der Kohle und in der Stromerzeugung. So erhöhte sich die Kohlenförderung in den sieben Jahren seit 1950 von 1,28 auf 2,19 Mill. t, die Stromerzeugung vor 32,9 auf 505,9 Mill. kWh. Diese Entwicklung führte weiterhin dazu, daß Walsum heute hinsichtlich ihrer Ertragskraft an der obersten Grenze der Ruhrzechen liegt.

Seit der Währungsreform sind für über 100 Mill. DM investiert worden. Auf der Kraftwerksseite wird Ende 1957 eine Kapazität von 750 Mill. kWh jährlich zur Verfügung stehen und bis 1960 wird sich die Abgabe von Strom an Fremde auf vermutlich 1,5 Mrd. kWh verdoppeln. Damit wird Walsum in der Lage sein, die gesamte schwer marktgängige Kohle der Zeche durch Veredelung in Strom mit erhöhter Wirtschaftlichkeit abzusetzen. Diese Erweiterung der Kraftwerkkapazität auf Diese samt 325 MW sowie die vorgesehene Fördersteigesamt auf, 10 000 Tagestonnen macht die Investition von weiteren 100 Mill. DM erforderlich. In den beiden vergangenen Geschäftsjahren wurden 42 Mill. DM investiert.

In der Bilanz erscheinen die Anlagen mit 118 (113), Forderungen mit 17 (13), flüssige Mtitel mit 5 (0,9), andererseits Rückstellungen mit 19 (18), langfristige Verbindlichkeiten mit 70 (60) und kurz- und mittelfristige Verbindlichkeiten mit 16,5 (16) Mill. DM. Auch 1957 hat sich der Geschäftsgang sehr gut angelassen: Im ersten Halbjahr 1957 ist die Förderung um 21 v. H. gestiegen bei einem Ruhrdurchschnitt für den gleichen Zeitraum von 1,8 v. H. Die Untertageleistung je Mann beträgt 2200 kg gegen 1605 kg im Ruhrdurchschnitt. rlt.

Von der Ruhr-Stickstoff AG, Bochum, wurde der am Stadtrand, von Dülmen (Nordrhein-Westfalen) gelegene Hanninghof übernommen. Auf seinem Gelände wird eine Versuchs- und Forschungsstation errichtet. Neben der bestehenden Möglichkeit für Freilandversuche werden Anlagen zur Durchführung von Gefäßversuchen, Untersuchungsräume und Laboratorien geschaffen werden.