DIE ZEIT

Preußen und Polen

Daß eines Tages wieder die Waffen sprechen sollten, wenn es darum geht, die Besitzverhältnisse in den ehemaligen deutschen Ostgebieten zu klären – an diese Möglichkeit denkt in der Bundesrepublik überhaupt kein Mensch.

Angst vor KZ im Palais Bourbon

Das Charakteristischste der am Dienstag begonnenen Pariser Kammer-Debatte über die Ausdehnung des algerischen Ausnahmezustandes auf das Mutterland ist das Mißtrauen, das sie beherrscht.

Grundstein des Anstoßes

Genau ein Jahr lang warteten die Offiziere und Soldaten der 4. Schiffsstammabteilung in Eckernförde auf die Einlösung jenes Versprechens, das ihnen 46 Wohnungen für ihre Angehörigen verhieß.

Rußlands schweigende Revolution

Nachdem jetzt der Staub, den die Ereignisse in Moskau aufwirbelten, sich ein wenig verzogen hat, erfährt man allerlei Einzelheiten über die dramatischen Ereignisse im Kreml.

Der Bundestag ist schon gewählt

Man möchte geradezu wetten, daß viele Bürger und Wähler glauben, es sei ihr Privileg, bei der Bundestagswahl am 15. September die Abgeordneten für den neuen Bundestag auszusuchen.

Der Techniker verliehener Macht

Wird der Mann mit dem Spitzbart die Veränderungen in der Spitze der Sowjetunion überstehen, wie er bisher die Veränderungen überstand, die nach dem XX.

ZEITSPIEGEL

„Die Ereignisse in Ungarn haben gezeigt, daß die sozialistischen Errungenschaften der Werktätigen ernstlich bedroht werden können, wenn die Diktatur der Arbeiterklasse geschwächt wird.

Kennedy’s Vorstoß

In Washington ist man sich allgemein darüber einig, daß der Senator John Kennedy aus Massachusetts Anstalten trifft, sich um die demokratische Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 1960 zu bewerben.

Die Zisterzienser kommen

Katholiken und Protestanten streiten um den Altenberger Dom – Betreten nur gegen Gebühr

Raketenforscher noch immer interniert

Nach Ermittlungen des DRK und amtlicher Bonner Stellen hat die Sowjetregierung mehrere deutsche Raketenforscher mit ihren Familien – insgesamt etwa 60 Personen – in Suchumi an der Küste des Schwarzen Meeres interniert.

Rock’n’Roll in Asien

Es könnte sein, daß die hehren geistigen Güter der westlichen Welt, für die Asien so wenig zugänglich zu sein scheint, eines Tages auch dem Osten nähergebracht werden, nicht in Gestalt der fackelschwingenden Freiheit von Delacroix, sondern verblüffenderweise durch die amerikanische Erfindung von Rock ’n’ Roll.

Wollen sie denn ganz ohne Risiko studieren?

S. L., Berlin Lieb Abendland, magst ruhig sein, Ost-Stipendiat gilt nichts am Rhein“ stand auf einem der Transparente, die von Berliner Studenten kürzlich bei ihrem Protestmarsch gegen die neue Stipendienordnung des Bundes durch die Straßen getragen wurden.

Keine Träne in Israel

Mit Lazar Kaganowitsch verließ der letzte Jude das Zentralpräsidium der KPdSU. Aber in Israel weint gerade ihm niemand eine Träne nach, denn mit Kaganowitsch fiel ein notorischer Feind Isreaels und des gesamten Judentums.

Moderne Kunst ist Kunst am Bau

Die große Berliner "Interbau" hat den Deutschen Künstlerbund angeregt, mit seiner siebenten Ausstellung wieder nach Berlin zu gehen, wo er sich 1950 unter Karl Hof er und unter Beteiligung der prominentesten deutschen Maler und Bildhauer neu etabliert hatte.

Nummer 29 vom 17. Juli 1947: Ewiger Sorgenbringer

Trotz günstiger Voraussetzungen reihen sich in Frankreich die Finanz- und Währungskrisen scheinbar endlos aneinander. Die entscheidende Ursache dieser sich wiederholenden Krisen ist in der amtlichen Angst vor einem währungspolitischen Eingriff zu suchen.

Szene einer Lady im Oberhaus

Der Parlamentsbericht der Times enthielt kürzlich folgende lakonische Beschreibung einer im „House of Lords höchst ungewöhnlichen Szene: „Der Graf von Huntingdon hatte eben zu sprechen begonnen, als eine Frau, die in der Loge des ‚Black Rod‘ am Ende der Kammer saß, die Sitzung mit dem Ausruf unterbrach: ‚Ich möchte gegen das Abreißen des St.

Dem „Menschen“ mißtraute er

Nicolai Hartmann, 1882 in Riga geboren, ist aus der Marburger Schule des Neukantianismus hervorgegangen. 1920 bis 1925 war er in Marburg Professor.

Nach alter Methode

Die Kulturpreise der Stadt München wurden in diesem Jahre an fünf Künstler verliehen: an den Schriftsteller Lion Feuchtwanger, den Münchener Komponisten Wilhelm Killmayer, den Maler Rolf Cavael, den Bildhauer Joseph Henschmann und den Architekten Alexander von Branca.

Wider den Salathund

Irgendein kombinationsfreudiger Sprachkünstler hat einmal den auf den ersten Blick rätselhaften Begriff „Salathund“ geprägt.

ZEITMOSAIK

Bei einer Pariser Kunstauktion traten zwei reiche Griechen – es waren Niarchos und der New Yorker Reeder Goulandris – in scharfen Wettbewerb um ein Gemälde von Gauguin.

„Alkestiade” mit folgendem Satyrspiel

Obwohl im Sommer und inmitten einer unvorstellbaren Hitzewelle: ganz große Premiere. Es war einfach alles da. Die Intendanten der großen deutschen Bühnen, die Direktoren der kleineren, die Kritiker von Welt- und Lokalruf, die Prominenz des Theaters und der Literatur.

Ruhe ist ein Orkan

Aber man kann sich der Frage nicht entziehen, ob sein Werk tatsächlich „volkstümlich“ geworden ist. Denn es handelt sich hier um eine sehr strenge, sehr kühle Kunst, die ihr Schöpfer selbst gern als „klassisch“ bezeichnete.

Schriftsteller in Not

Der Sturz der vier sowjetischen Größen Molotow, Malenkow, Kaganowitsch und Schepilow ist von der westlichen Welt mit einer gewissen Genugtuung, trotz Beimischung von Skepsis, aufgenommen worden – Skepsis, weil man sich weder über die Motive noch über die Ziele dieser Umgruppierung recht im klaren war.

Wo bleiben die Auftraggeber?

Der „Deutsche Kunstrat e. V.“ hat gerade eine kleine, aber aufschlußreiche Schrift herausgebracht, in der die „Deutschen Kunstpreise 1946 bis 1956“ (Vorwort von E.

Fassade Luxushotel

Wer kann von sich schon sagen, daß er immun sei gegen die gleißende Pracht der Hotelpaläste mit ihren gobelingeschmückten Empfangshallen, mit ihren dezenten Chambres séparées, mit der prickelnden Atmosphäre ihrer Barrooms? Es muß schon ein abgebrühter Globetrotter sein, wer sich nicht ein klein wenig in die Brust wirft, wenn ein Heer von Dienstbeflissenen, angefangen vom Hoteldirektor bis hinab zum letzten Pikkolo, bestrebt ist, ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen.

Bis die Eingeweide schmerzen

mit einem Nachwort zur Ästhetik des eigenen Schaffens von der Hand des jungen österreichischen Schriftstellers, der schon 1953 mit dem so bemerkenswerten und doch wenig beachteten Roman „Auch in ihrer Sünde“ debütierte.

Gegen das Trugbild von Aga Khan

Stirbt da ein sehr alter Mann, dessen Name Aga Khan abenteuerlich-orientalischen Glanz ausstrahlt. Ein indischer Nabob offenbar, der mit einem verschmitzten Dreh ein märchenhaftes Vermögen angehäuft hat: er leitet seinen Stammbaum in direkter Linie vom Propheten Mohammed ab und findet für diese phantastische Vorstellung zwanzig Millionen Dumme, die ihm göttliche Verehrung zollen.

Gebrauchsanweisung für Laien-Poeten

Natürlich, Eugen Roth sind diese Gedichtanfänge arteigen, und er ist es, der Millionen Leser fand für seine unnachahmlich-reizvollen Verschen darüber, was einem, eben jenem bewußten Menschen alles begegnen und einfallen kann.

Vollbeschäftigung im Alten Lande

Die letzten Kirschen sind reif geworden im Alten Lande bei Hamburg. Die hohen Leitern überragen die Bäume, und, Gestalten auf Chagall-Bildern ähnlich, schweben weiße und dunkle Kleider, auf Bügeln aufgehängt, über den grünen Kronen im Winde.

Keine Faust im Nacken

Anliegend überreiche ich Ihnen den Polizeibericht vom 9. Juli 1957. Mit dieser Verlautbarung soll ein unangenehmer Zwischenfall sein Ende finden, der sich für beide – Fresse und Polizei – unvorteilhaft ausgewirkt hat.

Hessen: NATO-Schafe

Die sengende Hitze der vergangenen Wochen hätte auf der kleinen Maininsel Maaraue bei Kostheim beinahe zu einer Tiertragödie geführt.

Die Kohle warnt

Aus dem bundesdeutschen Steinkohlenbergbau kommt eine warnende Stimme. Soeben sind von der Industriegewerkschaft Bergbau neue und nicht unbeträchtliche Forderungen gestellt und durchgesetzt worden, um den Bergarbeiterlohn gegenüber der übrigen Industrie attraktiv zu halten.

Die „Lex Arndgen“, kritisch betrachtet

Der von Josef Arndgen beigebrachte gesetzgeberische Rahmen (für freiwillige Vereinbarungen) sah nun etwa folgendermaßen aus: die Übertragung von Miteigentum sollte zwingend vorgeschrieben werden für gewerbliche Betriebe mit mehr als hundert Beschäftigten.

Wie stehen die Aktien?

Verdächtigungen und irreführende Kritik, mehr aber sachliche Urteile und lebhafte Zustimmung, haben sich in der Öffentlichkeit an unserer Absicht entzündet, das Volkswagenwerk in privates Eigentum kleiner Sparer zu überführen.

Ist noch nicht spruchreif

Man kann nicht sagen, daß die „Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas“ (OEEC) mit der Behandlung des „Problems Deutschland“ die Situation der Europäischen Zahlungsunion (EZU) leichter gemacht hat.

Eigentum für jedermann aber wie?

"Es wäre ein Kampf gegen Windmühlm, die Selbstfinanzierung frontal zu bekämpfen. Um so wichtiger ist es, über die Möglichkeiten einer nachträglichen Verteilungskorrektur im Bereich des Vermögens nachzusinnen " Dr.

Beruhigte Weltwarenmärkte

In den letzten zwei bis drei Monaten sind die Weltrohstoffmärkte wiederholt durch die Vorgänge im Metallabschnitt beunruhigt worden.

Schön und zweckvoll, aber leider zu teuer

Bei der Eröffnung der „Interbau Berlin 1957“ wiesen mehrere Redner mit Recht darauf hin, daß eine derartige Ausstellung nicht nur unter aktuellen künstlerischen und technischen Gesichtspunkten zu werten sei, sondern auch Wirtschaftliche Wirkungen für die Zukunft haben müsse und werde, die sich vielleicht erst in Jahrzehnten deutlich zeigen würden.

Auf einen Blick ...

Die unbefriedigende Entwicklung der westdeutschen Hochseefischerei war für den „Tag des Hochseefischers“, der am vergangenen Wochenende in Bremerhaven gefeiert wurde, ein recht düsterer Hintergrund.

Holland in Geldnöten

Der eklatante Mißerfolg der fünfprozentigen Obligationsanleihe der niederländischen Exportfinanzierungsgesellschaft wirft ein bezeichnendes Licht auf die heutige Kapitalmarktlage Hollands.

Kanada bevorzugt europäische Waren

Mehr als 1,3 Millionen Einwanderer kamen seit Kriegsende nach Kanada. Ihre Kaufkraft ist bedeutend, und da sie die Qualität der europäischen Produkte, die sie kennen, zu schätzen wissen, ist hier ein neuer und wichtiger Markt für Exporteure der Alten Welt entstanden .

Hürden vor der Nordischen Zollunion

Auf zwei Hochzeiten kann man nicht zur gleichen Zeit tanzen – und diese Sprichwortweisheit gilt für den einzelnen wie für die Völker, auch bei weniger festlichen Anlässen.

Guter GHH-Gewinn aus Ferrostaal

Der seit Jahren von der Verwaltung der Ferrostaal AG, Essen, dem Handelsunternehmen der Gutehoffnungshütte Aktienverein, angekündigte Umsatzrückgang und die Erschöpfung der Kapazität des Hauses sind auch 1956 nicht eingetreten.

Verminderte Shell-Erträge

Die Deutsche Shell Aktiengesellschaft legt als eine der ersten Mineralölgesellschaften ihren Geschäftsbericht für 1956 vor. Es sei – so betont der Bericht – vor allem der Flexibilität und der Zusammenarbeit der internationalen Mineralölindustrie zu danken, daß die Suez-Krise auf wirtschaftlichem Gebiet in Europa ohne größere Störungen überwunden werden konnte.

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