DIE ZEIT

Unerwartete Streik-Früchte

Nicht die Banken, aber die Bankangestellten streiken – nämlich in Paris, und neuerdings auch in immer größeren Teilen der französischen Provinz.

Wer nur den großen Mann läßt walten...

Die Vorstellung: Eisenhower und Schukow, die beiden Generäle der Kriegsallianz, in zwanglosem Gespräch vereint – das ist offenbar für viele ein faszinierendes, verheißungsvolles Wunschbild! Merkwürdig ist dieser Glaube an die „Großen dieser Welt“ und ihre Fähigkeit, mit Zauberhand die verschlungenen Fäden kompliziertester Probleme und Interessenkonflikte zu lösen.

Gefährliche Personalpolitik

Die politische Demokratie kann nur funktionieren, wenn sie über ein von den Parteien unabhängiges zuverlässiges Beamtentum verfügt.

Moskau ist weit

Und als sie an die Grenze bei Helmstedt kamen, sagten die westlichen Beamten zu ihnen: „Ihr wollt nach Moskau“, und sie bejahten es.

Verblaßter Silberstreif

Fast scheint es, als behielten die Skeptiker nun doch recht. Sie, denen die großen Hoffnungen, die alle Welt eine Zeitlang auf die Londoner Abrüstungskonferenz setzte, nie etwas anderes waren als Wunschträume einer atomgeängstigten Menschheit.

In Nepal betet man für den Regen

König Mahendra von Nepal hat sich mit dem bisherigen Ministerpräsidenten, Tanka Prasad Acharya, über die Frage der ersten allgemeinen Wahlen veruneinigt und jetzt an dessen Stelle Dr.

Jules Verne sowjetisch

Die Komsomolskaja Prawda, das Organ der kommunistischen Jugend der Sowjetunion, legt ihren Lesern die Lektüre eines neuen Buches „Die drei Leben des Jules Verne“ von Cyrill Andrejev wärmstens ans Herz.

ZEITSPIEGEL

Die Hamburger Polizeigewerkschaft hat ihren Mitgliedern folgende Erklärung zugehen lassen! „Wir erkennen die Notwendigkeit der Bundeswehr an, aber die Grußpflicht gegenüber Soldaten wird von uns abgelehnt.

Der große Schweiger

Der „Fall de Gaulle“ ist alt; er gehört zum politischen Inventar der Vierten Republik, seit der General im Januar 1946 als Ministerpräsident demissionierte und sich grollend ins Privatleben zurückzog.

Die Juden in Deutschland und Israel

Der Politische Club an der Evangelischen Akademie Tutzing bemüht sich, in den Kreisen der geistig beweglichen Jugend den Sinn für aktuelle Probleme zu fördern.

Gebt uns Modefreiheit!

Larissa Ivanova, eine achtzehnjährige Studentin der englischen Sprache am Alma-Ata-Institut in Moskau, macht gegenwärtig die aufregendsten Wochen ihres Lebens durch.

Wowsi ist konsequent

Im Januar 1953 wurde in einem Schauprozeß, der noch von Stalin angeordnet wurde, eine vorwiegend aus Juden bestehende Gruppe sowjetischer Ärzte für schuldig befunden, eine Reihe prominenter sowjetischer Militärs und Politiker durch vorsätzlich falsche Behandlung umgebracht zu haben Der Prozeß, Gipfelpunkt einer antisemitischen Kampagne, sah als Kronzeuge den jüdischen Arzt Professor Meir Semenowitsch Wowsi.

Großherzige Psychologie

Schart euch um das großherzige mächtige Frankreich“, „Frankreich bleibt in Algerien“, „Wir wollen, daß Algerien französisch bleibt!“.

Lahr in Moskau

Die deutsche Verhandlungsdelegation, die in Moskau über ein Warenverkehrsabkommen und die Repatriierung deutscher Staatsbürger verhandelt, wird von einem gewandten, als Unterhändler bereits mehrfach erprobten Leiter geführt: von Botschafter zur besonderen Verwendung Rolf Lahr.

Der Werkleiter von Leuna packt aus

Die chemischen Betriebe der Sowjetzone sind die Sorgenkinder der Partei. Daß ein so wichtiges Werk wie Leuna anderthalb Jahre lang allmonatlich seinen Produktionsplan nicht erfüllen konnte, ja daß die chemische Industrie als solche – die siebzehn Prozent der gesamten Industrieproduktion der DDR ausmacht – ein Jahr lang ohne „Perspektivplan“ arbeiten mußte, weil „allgemeine Probleme“ eine Planabänderung erzwangen – das alles hat weniger wirtschaftliche als politische Ursachen.

Der Name Stauffenberg

Alle, die sich am 20. Juli in dem kleinen Kirchgarten in Lautlingen versammelt hatten, vom württembergischen Landesvater Gebhard Müller bis zur zahlreich erschienenen Gemeinde, waren – das spürte man deutlich – nicht gekommen, um an einem Festakt teilzunehmen.

Hamburg: Mehr ein Vergnügen...

Vor dem Arbeitsgericht in Hamburg standen jüngst zwei Hamburger Gastwirte, die in ihrem Lokal auf der Reeperbahn sogenannte Taxi-Girls beschäftigen.

Schleswig-Holstein: Streit um Krabben und Muscheln

Drei Stunden wartete kürzlich das Seeamt Flensburg auf den Husumer Fischer Meinhard Nommensen, der sich vor dem Seeamt verantworten sollte, weil er im Gebiet nordöstlich von Sylt die dänische Seegrenze mit seinem Kutter „Helene“ um 555 Meter überfahren hatte.

Niedersachsen: Ein Ministerialdirektor blufft

Daß auch ein Ministerialdirektor eines Bundesministeriums nicht bluffen darf, bestätigte jetzt das Landgericht Lüneburg in einem Urteil auf Grund einer Feststellungsklage der Hamburger Reederei Gebr.

Die Grenadiere von Rolandseck

Wann immer der Sowjetbotschafter Smirnow aus den Fenstern seines Amtssitzes in Rolandseck oberhalb Bonns einen Blick auf die reizvolle Rheinlandschaft wirft, bleiben seine Augen an einem oder zwei Zivilisten hängen, die seit dem 8.

Hamburg: Tropenhelme, junge Ziegen und weiße Schutzengel

RH.-Hamburg Figura, schön Figura, kostet nur zwei Mark, ist Reklama Preiso!“ ruft ein Italiener aus, zu dessen Füßen auf dem Pflaster des Pinnasbergs am Hamburger Hafen kleine Tier- und Menschenfiguren stehen, aus Gips mit Zuckerkruste gefertigt – wie es scheint.

Nordrhein – Westfalen: Tacitus in der Dachkammer

Der leidigen Historie „Bundesdeutsche Schulraumnot“ wurde ein weiteres Kapitel hinzugefügt. In Düsseldorf-Gerresheim, einem Vorort der Ministerien-Zentrale von Nordrhein-Westfalen, lehnte die Elternschaft des Gymnasiums jede weitere Mitarbeit an der Schule ab.

Sachsen – Anhalt: Stille Säuberung

Die Ostberliner Zentralbehörden haben jetzt die Konsequenzen aus einem Beschluß des Pankower Ministerrates gezogen, der vor kurzem Veränderungen auf territorialem Gebiet gestattete.

Berlin: Pankows Paketspitzel

Zu den „Sicherheitsaufgaben“ der sowjetzonalen Behörden zählt auch die planmäßige Kontrolle der Postsendungen aus dem Bundesgebiet.

Unerreichtes Japan

Die Kunst des Fernen Ostens hat in Europa eine lange Reihe von Mißverständnissen hervorgerufen. Von der China-Schwärmerei des Rokoko bis zur Einschmelzung asiatischer Folklore in unsere Musik seit Puccini war es das exotische „Motiv“, die von Geheimnis umwitterte Arabeske, die faszinierten.

Sommersorgen 47

In den Nächten blinkt – wenn man an der Nordspitze der Insel Sylt steht – aus Norden ein Leuchtfeuer: das ist das Lichtzeichen der dänischen Insel Rom, das ein Spötter im haßerfüllten Flüchtlingslager von Kampen folgendermaßen übersetzte: „Speck .

ZEITMOSAIK

Von Vivien Leighs temperamentvoller Empörung gegen den Abbruch des Londoner St. James-Theaters haben wir in der vorigen Nummer der ZEIT bereits berichtet.

Die Stoffbeschränkung allein macht es nicht

Wir hatten davon gehört, daß Professor Dr. August Rucker, dem das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus in München untersteht, sich eingehend mit dem Problem der Höheren Schule beschäftigt und einen persönlichen Standpunkt gewonnen hat.

Mysterienspiel oder Filmprominenz

Die Freilichtaufführungen in der romanischen Stiftsruine zu Hersfeld haben sich behauptet. Sie sind in ihrer gegenwärtigen Form sieben Jahre alt.

Im Osten nichts Neues

Erstaunt nimmt man den Briefumschlag in Empfang, überrascht, offenbar ein Buch zu erhalten, ohne es bestellt zu haben – gewiß schickt’s ein anonymer Gönner, denn ein Absendervermerk ist nicht zu entdecken.

Italienreise - Liebe inbegriffen

Wenn einer eine Gesellschaftsreise tut (wer tut das heute eigentlich nicht?...), dann kann er ganz andere Dinge erzählen als einer, der allein des Weges zieht.

Der letzte Band

Die nun vorliegende Auswahl aus den Briefen Hermann Brochs ist ein unerläßlicher Kommentar zu den dichterischen und philosophisch-politischen Schriften.

Unterwegs zu Hause (6):: Das Ludwig-Thoma-Haus

Für den Tegernsee braucht man keine Reklame mehr zu machen. Er ist bei In- und Ausländern, vor allem bei den Norddeutschen, ebenso bekannt wie Garmisch-Partenkirchen, das andere Zentrum des oberbayerischen Fremdenverkehrs.

Wo nichts geschieht

Sehr weißes Licht und Stille. Manchmal ein Vogelschrei oder das Tuck-tuck eines Fischerbootes, das von Möwen umschwärmt, über den Fjord gleitet.

Mademoiselles de Paris

Die französischen Eisenbahnen haben einen Reisedienst eingerichtet, der, Service complet genannt, die Besorgung von Fahrkarten, Platzkarten, Bettkarten und die Reservierung von Schlafplätzen in Liegewagen übernimmt.

Notizen für Reisende

Golf In Bad Salzuflen. Am 27. Juli wird der neue Golfplatz eröffnet. Die Turnieranlage, in landschaftlich besonders bevorzugter Lage, umfaßt auf einem Gelände von 27 Hektar neun Bahnen, von denen vier als Schneisen in den Hochwald geschnitten sind.

Versicherte Ruhe

Safety first“ sollte man vor allem dann groß schreiben, so empfehlen die Versicherungsgesellschaften, wenn man Haus und Hof allein zurückläßt und sich der möglichen Unbill der Fremde aussetzt.

Unbeliebte Andenken

Vielleicht soll man zugunsten jener Kraftfahrer, für die die Landschaftsverbände in der Bundesrepublik jährlich Zehntausende von Mark zusätzlich ausgeben, um die Autobahnen von den Zeugnissen ihrer anscheinend mangelhaften Erziehung zu reinigen, annehmen, daß sie nicht wissen, wieviel ihre Gedankenlosigkeit kostet.

Wasser-Skiläufer verdrängen Angler

Die Motorisierung auf dem Wörther See, unweit der österreichisch-jugoslawischen Grenze gelegen, macht rasche Fortschritte. Sie geht weniger auf das Konto des fahrplanmäßigen Dampferverkehrs mit den Hauptstationen Klagenfurth, Maria Wörth, Pörtschach und Velden oder des regen Wassertaxenbetriebs zwischen den einzelnen Kurplätzen, sondern in erster Linie auf das der Fremdenverkehrsattraktion „Wasser-Ski“.

Zollsenkungs-Ärger

Daß es bei Zollsenkungen immer Ärger gibt! Allerdings: diesmal wird die Zollsenkung kommen und sie wird – entgegen den Befürchtungen der letzten Tage – auch ab 15.

Zeit gewinnen

Nun warnt auch die Handelskammer Hamburg davor, die extreme Gläubigerstellung der Bundesrepublik in der OEEC durch eine isolierte D-Mark-Aufwertung abbauen zu wollen.

Der Bettelstab...

In einer bemerkenswerten Untersuchung über die Situation der westdeutschen Zigarrenindustrie – hier mußten in den vergangenen Monaten über 700 kleinere Herstellerbetriebe die Produktion einstellen, weil sie im verschärften Wettbewerb nicht mehr bestehen konnten – kommt der Bundesverband der Zigarrenhersteller zu der Schlußfolgerung, daß Mißerfolge vor keiner Größenordnung haltmachen.

+ Weitere Artikel anzeigen