DIE ZEIT

Die Franc-Abwertung

Der Schleier, der in der islamischen Welt aus der Mode kommt, scheint zu einem wichtigen Requisit der französischen Politik zu werden.

Selbstkritik

Der bekannte und berüchtigte sowjetische Schriftsteller Ilja Ehrenburg antwortete auf die Frage eines an den Weltjugendfestspielen teilnehmenden ausländischen Studenten, warum denn Rußland unter dem Sowjetregime keine großen Schriftsteller hervorgebracht habe: „Die Sowjetunion ist so sehr damit beschäftigt gewesen, eine große Nation von Kämpfern zu schaffen, daß ihr keine Zeit blieb, auch noch große Schriftsteller heranzubilden.

Lautlos repatriiert

Parallel zu den augenblicklich stockenden Repatriierungsgesprächen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion schickt das Deutsche Rote Kreuz laufend Ausreiseanträge für Deutsche in der UdSSR nach Moskau.

Könige von Gottes Gnaden

Wie die Kanonenschüsse der Schlacht von Valmy einst dem Geheimen Rat von Goethe, so dröhnten die Worte des englischen Lords heute manch einem in den Ohren und ließen ihn fühlen: Hier beginnt eine neue Epoche.

Nikitas Reise

Arthur Koestler hat einmal die Geschichte seines Eintritts in die KP (Der Gott, der keiner war) erzählt. An diesen aufschlußreichen Bericht muß man sich erinnern, wenn man den Besuch Chruschtschows in Pankow und die Reden, die er und die führenden SED-Leute in der Zone gehalten haben, recht verstehen will.

Die Hand am Puls

Nun gut, dies mag so sein und sie mag sich auch zuzeiten ruhig um einige Pulsschläge verzählen, wie das jetzt dem Canadian Institute of Public Opinion passierte, das in seinen Voraussagen die Liberalen siegen ließ, während bei der Wahl die Konservativen triumphierten.

Kurz nach dem Nullpunkt

Die Physiognomie der neuen Armee: Zivilisten am Steuer – Nützen Kriegserfahrungen?

ZEITSPIEGEL

In der Tschechoslowakei soll im nächsten Jahr erstmals der Mutterorden verliehen werden. In der entsprechenden Verordnung heißt es: „Der tschechoslowakische Orden für Mütter wird: in drei Klassen verliehen: die erste Klasse für Mütter mit zehn oder mehr Kindern, die zweite für Mütter mit acht oder neun Kindern, die dritte für Mütter mit fünf, sechs oder sieben Kindern“.

Sultan und Imam

Fast einen vollen Monat haben die britischen Expeditionstruppen in Oman gebraucht, um das Wüstenfort Nizwa, das Hauptquartier des rebellischen Imam, zu nehmen.

Der wilde Mann der Linken

Madame Tussauds Londoner Wachsfigurenkabinett beherbergt in der den „Lebenden Politikern“ gewidmeten Abteilung auch ein Wachskonterfei Aneurin Bevans.

Zum Leben und zur Freiheit erwacht

In den späten Abendstunden des 14. August 1947 versammelten sich die Führer des indischen Unabhängigkeitskampfes im Parlamentsgebäude der Hauptstadt.

Angriffe auf Sandys

In England entzündete sich die mit wachsender Heftigkeit geführte Diskussion an den ersten konkreten Maßnahmen zur Verwirklichung der im letzten Verteidigungsweißbuch aufgestellten Grundsätze.

Deutsche Studenten heute

Der Schweizer Kuno Raeber – Jahrgang 1922 – hat von 1952 bis 1955 als Assistent am Leibniz-Kolleg in Tübingen gearbeitet, seither ist er stellvertretender Protektor am Europa-Kolleg in Hamburg.

Autoren streiken

Die letzten Wochen brachten neue Verhaftungswellen in Ungarn. Gleichzeitig fällen Kadars Gerichte Woche für Woche ihre Terror-Urteile gegen die Teilnehmer des Freiheitskampfes.

Frauen haben Grund zur Klage

Der Modernist unter den griechischen Klassikern, Euripides, befindet sich auf unseren Bühnen im Nachteil. Bei den theatralischen Auseinandersetzungen mit der eigentlichen Antike dominieren Aischylos und Sophokles.

Religion, Physik, Musik

Paul Hindemiths Kepler-Oper „Die Harmonie der Welt“ wurde in München uraufgeführt

ZEITMOSAIK

Daß man die Menschheit hochachtet, seine Dienstboten aber plagt – daß man Vaterland oder Kirche oder Partei heilig hält, seine Tagesarbeit aber schlecht und schludrig macht, damit fängt jede Korruption an .

Cocktail oder Coquetèle

Vor rund neunhundert Jahren brachte Wilhelm der Eroberer die damalige französische Sprache nach England, die sich mit dem Angelsächsischen zum heutigen Englisch vermischte.

Wer war Proust?

Als André Gide zum ersten Male in Marcel Prousts Romanzyklus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ gelesen hatte, äußerte er sich abfällig.

Blumenduft und Gartenglück

Da es eine der Funktionen von Literatur ist, Spiegel unserer Welt zu sein, findet sich im literarischen Teil einer Zeitung manches Buch ein, demgegenüber eine Rezension üblichen Stils ziemlich hilflos wäre.

Auskunft über Rudolf G. Bindings Irrwege

Am 13. August dieses Jahres wäre Rudolf G. Binding 90 Jahre alt geworden; der 4. August wir der 19. Todestag dieses bis heute umstrittenen Dichters, der in seiner Jugend als internationaler Einordnen Karriere machte, sich zeitlebens als Soldat betrachtete und nach dem ersten Weltkrieg während einer Italienreise zu dichten begann.

Sehr geehrter Herr Postminister!

Ich muß Ihnen auf diesem Wege schreiben, da ich beschlossen habe, in Zukunft die Bundespost möglichst nicht mehr in Anspruch zu nehmen.

Bayern: Ein letztes Mal: Bayernfunk

Als wir vor drei Wochen mit dem Artikel „Wer aber unterwandert wen?“ die Aufmerksamkeit unserer Leser auf den Bayerischen Rundfunk lenkten, ging es uns einzig und allein darum, rechtzeitig jedem Versuch zu wehren, eine Rundfunkanstalt durch Gesetz in ihrer Unabhängigkeit zu beschneiden und fest an das parteipolitische Gängelband zu legen.

Hamburg: Solang noch deutsche Schlote...

Natürlich glaubte ich nicht, was ich hoffte, nämlich, daß sechshundert Schornsteinfeger berußt und mit Zylindern auf den Köpfen versammelt sein würden zur Feier des 225jährigen Bestehens ihrer Innung.

Mit falschen Zahlen

Nicht von ungefähr hat wohl die Nürnberger „Bundesanstalt“ jüngst verlautbart, daß (nach dem Stand von Ende Juni) noch 25 000 ältere kaufmännische Angestellte arbeitslos waren, bei einer von Monat zu Monat leicht rückläufigen Arbeitslosenzahl von insgesamt rund 50 000 in dieser Sparte – oder, wenn man die Verwaltungs- und Büroberufe hinzunimmt, von rund 83 000.

Großzügige Großaktionäre...

Die Klagen der Kleinaktionäre, daß sie von den Großaktionären oft sehr unfreundlich behandelt werden, sind sicherlich weitgehend berechtigt.

Auf einen Blick ...

Vom Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank wurde in der vergangenen Woche beschlossen, die Mindestreservesätze für Sichtverbindlichkeiten gegenüber Devisenausländern von 20 auf 30 v.

Nasser hat neue Pläne

Ein Jahr hat Gamal Abdel Nasser gewartet, bis er den wichtigsten Posten des Präsidenten des Verwaltungsrates der ägyptischen Kanal-Gesellschaft vergab.

Energie von morgen

Die Energiewirtschaft muß mit ihren Investitionen immer einige Jahre vorauseilen, um den künftigen Stromanforderungen der Wirtschaft und der Bevölkerung gerecht werden zu können.

Börse: Sinkender Zins?

Zusammen mit den anhaltenden Deviseneingangen haben die aus den öffentlichen Kassen strömenden Gelder den Geldmarkt stark verflüssigt, so daß der Spielraum der Kreditinstitute sich in einer für die Bundesbank unerwünschten Weise vergrößert.

Gutes Ergebnis der Nordstern-Gruppe

Die Nordstern Lebensversicherungs-AG., Köln und Berlin, und die Nordstern Allgemeine Versicherung - A-G., Köln und Berlin, haben die Jahresberichte für 1956 vorgelegt, die bei beiden Unternehmen eine weitere Aufwärtsentwicklung erkennen lassen.

Bindung im RWF-Bereich

Die mit 90 Mill. DM kapitalisierte Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG, Köln, einst mit 30 v. H. Anteil der größte Einzelaktionär der Brabag Braunkohle-Benzin AG, Berlin, ist selbst als gemeinsame Tochter der RWE-Braunkohlengesellschaften Rheinische AG für Braunkohlen- und Brikettfabrikation und Braunkohlen- und Brikettwerke Roddergrube AG ein Enkel des RWE.

Buderus will Ertragskraft sichern

Die Gießereiindustrie hat an dem Wirtschaftsaufschwung in 1956 nur noch begrenzt teilgenommen. Von der Material- und Lohnseite her ergaben sich neue Kostensteigerungen, deren Abwälzung im Inland aus Wettbewerbsgründen nur beschränkt möglich war.

Schwieriger Lok-Export

Eine merkliche Verlangsamung des Umsatzzuwachses und eine Verringerung des Exportanteils von fast 40 auf 20 v. H. kennzeichnen das Geschäftsjahr 1956 der Krauss-Maffei AG, München, die zwar für 1957 auf Grund des Auftragsbestandes mit einer weiteren Umsatzsteigerung rechnet, jedoch auf eine Abflachung der Auftragtskurve hinweist.

Wann wird die Finnmark abgewertet?

Seit ein paar Jahren ist immer wieder von einer Abwertung der Finnmark die Rede. Wenn sie sich bisher vermeiden ließ, so darum, weil sich die Preise für Finnlands Ausfuhrwaren auf dem Weltmarkt verhältnismäßig günstig entwickelten.

Paris will wieder kreditwürdig werden

Die französische Regierung hat mit der Teilabwertung des Franc einen mutigen Schritt zur Sanierung der französischen Zahlungsbilanz gewagt, Seit dem vergangenen Sonntag werden alle französischen Exporte mit 20 v.

Neue Hoffnung: Kohle für die Chemie

Die Bergbau-AG Neue Hoffnung, Oberhausen, die wohl noch im Verlauf der nächsten zwölf Monate über das Mutter-Tochter-Verhältnis zum Hüttenwerk Oberhausen hinaus einen Organschaftsvertrag mit ihrem neuen Großaktionär Hoag abschließen dürfte, hat zusammen mit der weiteren Haniel-Kohlengruppe Rheinpreußen Optionen auf gewisse Restanteile an der Ruhrchemie AG erworben, so daß beide Haniel-Zechen in Kürze über je 25 v.

Lebhafte „Zehlendorfer Spinne“

Mit einem Mehrumsatz von 48 v. H. Zellwolle und von 86 v. H. Perlon hat die Spinnstofffabrik Zehlendorf AG, Berlin, das Geschäftsjahr 1956 abgeschlossen.

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