Wenn sich auch der Ost-West-Handel in den letzten fünf Jahren verdoppelt hat, so liegt er doch noch immer weit unter dem Vorkriegsstand. Als belebender Faktor für den Warenaustausch des Ostens mit der freien Welt haben sich gewisse Änderungen der Außenhandelspraktiken der Ostblockländer erwiesen, wenn auch eine grundlegende Neuorientierung der osteuropäischen Außenhandelspolitik bisher nicht erkennbar ist. Der Anteil des Westens am osteuropäischen Außenhandel nahm zwischen 1952 und 1956 um vier auf 19 v. H. zu, blieb aber damit noch immer um 39 v. H. hinter dem Stand von 1937 zurück.

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Die britische Industrie will jetzt ganz genau wissen, wie es in der Bundesrepublik zu dem berühmten "Wirtschaftswunder" gekommen ist. Eine Industriedelegation bemüht sich, dieses "Geheimnis" an Ort und Stelle zu studieren, vor allem will sie über die bei uns angewandten Produktionsmethoden die raschen Fortschritte der westdeutschen Industrie ergründen. Auf den Gedanken einer solchen Aussprache hätten die Briten allerdings schon vor Jahr und Tag kommen sollen – dann wäre ihnen und uns der jetzt entstandene Ärger über Ihre schwache Währungssituation vielleicht erspart geblieben.