RH., Hamburg

Weder ein Schiff noch ein Flugzeug, weder ein Auto noch eine Lokomotive oder sonstiges Fahrzeug wird in der Zukunft einen jener teurer. Treibstoffe benötigen, die nur mehr begrenzt zu: Verfügung stehen und bereits in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten dem Ende zugehen, Die Luft wird zudem nicht mehr verpestet, ja, sie wird sogar ozonisiert. Der Motorenlärm verschwinde: von den Straßen und aus der Luft, und lautlos wird der Verkehr der Zukunft sein. Keine kostspieliger. Kraftwerksbauten werden mehr benötigt, jedermann kann sein eigenes Miniatur-Heimkraftwerk besitzen und selbst kostenlos Licht und Wärme erzeugen. Und alle diese Wunderwerke der Natur, die der menschlichen Kultur und Zivilisation einer, ungeahnten Auftrieb geben können, wird man einem genialen Erfinder verdanken, dessen Bedeutung heute noch nicht richtig abgeschätzt werden kann."

So steht es in der Einleitung zu einer Broschüre von 86 Seiten, die kürzlich einigen staatlichen und kirchlichen Stellen Hamburgs zugesandt wurde, Implosion statt Explosion ist der Titel des Heftes, und der Autor Leopold Brandstätter kündigt "Die naturrichtige Lösung des Energieproblems" an:

"Viktor Schauberger und seine Entdeckungen, Erster Teil."

Man schlägt zuerst die Seite mit dem Bild auf. Da ist er selbst, Viktor Schauberger. Er sieht redlich und sogar vertrauenerweckend aus und hat Ähnlichkeit mit jenen Großvätern, deren Schönheitsideal Tirpitz war. Schauberger fingert auf dem Bild an einer Apparatur herum, die beinahe so groß ist wie er selbst und einer Kombination von eisernem Ofen, Kleinbahnlokomotive und Kaffeemühle gleicht. Es ist das Versuchsmodell seines Heimkraftwerkes.

Das also ist der Schauberger, ein "österreichischer Forstmann", wie man erfährt. Er scheint so ganz dem Guten und dem ,Universalen Friedensreich’ zugewendet, von dem sein Autor spricht, daß man sich nur widerstrebend von dem Bild ab- und den Texten zuwendet. Dabei kann man allerdings nicht umhin, auf Schaubergers Rückseite zwei Photos anzusehen, die wie Nahaufnahmen von Luftschutzsirenen wirken. Es sind Schaubergers Versuchsmodelle von Fliegenden Scheiben aus Kupfer, gebaut im Jahre 1940. Dazu erfährt man auf Seite 77: "Einer Besatzungsmacht fielen 1945 wichtige Zeichnungen Schaubergers sowie Untertassenbestandteile in die Hände." Ob diese Beute ausgewertet wurde und zu den immer wieder beobachteten mysteriösen Flugkörpern geworden sein könnte, läßt der Autor in aller Bescheidenheit offen.

Nur langsam liest man sich im technischen Text voran. "Wir haben es", so steht dort, "bei Schaubergers Technik nicht, wie bei aller uns bisher bekannten und auf der Erde angewandten, mit Zentrifugenz, Reibungswiderstand, Druck, Temperaturanstieg und biologischem Rückfall zu tun, sondern mit Zentripetenz, Regungslosigkeit, Sog, Temperaturabstieg und biologischem Auf stieg. Nicht mit Explosion also, sondern mit Implosion.