William Faulkner, der am 25. September 60 Jahre alt wurde, ist bei uns fast nur als Erzähler bekannt, als ein Romancier von lebendigster Menschenschilderung und grandioser sozialkritischer Schonungslosigkeit. Für seine Epik erhielt Faulkner 1950 den Nobelpreis. Auf der Bühne kennen wir ihn nur von einem einzigen Werk, "Requiem für eine Nonne". Als Lyriker war Faulkner bei uns völlig unbekannt – noch unbekannter als in den USA, Um so überraschter wird der deutsche Leser sein, in Faulkner jetzt einen Lyriker von ausgeprägtem Profil kennenzulernen.

Grau ich der Cag

Grau ist der Tag, und kalt das ganze Jahr;

Über dem leeren Land der Schwalben Schrei

Sagt: südwärts floh der Frühling. Kalt und klar

Im Firmament herrscht Winters Einerlei.

O Kummererd’, wenn bittrer Schlaf genas,