Aufschlußreich ist eine Untersuchung über die Streik-Ursachen in der Bundesrepublik: Während in früheren Jahren – etwa bis Mitte 1956 – die Streiks zu weit über 90 v. H. durch Lohnforderungen verursacht waren, gilt das heute nur noch für 26 v. H. der durch Streiks verlorenen Arbeitstage. Mit 73 v. H. sind dagegen "sonstige Arbeitsstreitigkeiten" an die erste Stelle gerückt.

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Als eine "Statistik des Wohlstandes" muß der Überblick über die jüngste Entwicklung im Absatz der Nahrungsmittel bezeichnet werden. Brot, Kartoffeln, Grobgemüse und Nährmittel haben weiter einen rückläufigen Konsum; allein der Roggenbrotverzehr ist heute im Vergleich zu 1938 um 16 v. H. geringer. Gestiegen aber ist der Verbrauch an Kuchen, Weizengebäck, Fleisch, Eiern, Milch und Käse. Noch 1946 wurden je Kopf der bundesdeutschen Bevölkerung kaum 7,1 kg Schweinefleisch verzehrt – heute sind es dagegen 26,1 kg. Und dann wundem wir uns über die hohen Schweinefleischpreise...

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Offensichtlich sind die Sowjets mit den Qualitätsleistungen der westdeutschen Werften ganz besonders zufrieden: Von der

Sudo-Import in Moskau erhielten die bundeseigenen Kieler Howaldtswerke den Auftrag für die Einrichtungen von drei Walkochereien und zwölf Fischfabrikschiffen im Werte von über 100 Mill. DM. Nachdem diese Werft bereits 24 Fabrikschiffe und eine Lübecker Werft eine Serie von Fischkühltransportschiffen an die UdSSR ausgeliefert haben, beläuft sich der Wert der von den Sowjets an westdeutsche Werften in den Nachkriegsjahren erteilten Aufträge nunmehr auf 350 Mill. DM.