Brabag-Obligationen

Würden Sie die Liebenswürdigkeit haben, mir mitzuteilen, was die bei der Härtereglung im Kriegsfolgengesetz geschaffene "Lex-Brabag" für die alten Brabag-Obligationäre für Folgen hat? E. G., Köln

Antwort:

Wir müssen Ihnen leider mitteilen, daß sich durch das Allgemeine Kriegsfolgengesetz an dem Status der Brabag-Obligationen nichts geändert hat. Der Bundestag (oder vielmehr der Auschuß "Geld und Kredit") hat es abgelehnt, die Reichsbürgschaft, die zweifellos besteht – und zwar gleichzeitig mit der Bürgschaft der damaligen Pflichtgemeinschaft der Braunkohlenindustrie wirksam werden zu lassen. Begründung: "Aus den Brabag-Anleihebedingungen konnte niemand ersehen, daß überhaupt eine Reichsbürgschaft bestand. Infolgedessen kann der Staatskredit bei Nichtanerkennung der Reichsbürgschaft auch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden." Diese Auffassung ist natürlich sehr merkwürdig, wenn gleichzeitig von Sparförderung und der Einführung von Volksaktien gesprochen wird, aber man andererseits nicht bereit ist, altes Unrecht zu beseitigen. Vorläufig tut sich nichts im Falle "Brabag-Obligationen", aber wie uns von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz mitgeteilt wurde, ist das letzte Wort hier noch nicht gesprochen.

Gemischte Kapitalanlage

Darf ich Sie als regelmäßiger ZEIT-Leser, der ich mit Interesse die "Bankschalter-Gespräche" verfolge, um Beantwortung folgender Frage bitten: Wie legt man zweckmäßigerweise Ersparnisse von 10 000,– DM an? Ich selbst denke an etwa folgende Aufteilung: 30 v. H. der genannten Kapitalsumme Investment-Zertifikate (aber welche?), 20 v. H. Industrie-Obligationen von 7 1/2 bis 8 v. H., 30 v. H. Aktien bekannter Gesellschaften der Montan- und Elektroindustrie oder anderer Industriewerte mit einer zu erwartenden Dividende von 10 v. H. und schließlich 20 v. H. als Spargelder, davon die Hälfte auf 1 Jahr festgelegt. Oder was würden Sie empfehlen?

Es kommt bei der Kapitalanlage – orientierungshalber erwähne ich noch, daß ich lohnsteuerpflichtig bin – auf folgende Punkte besonders an: höchstmögliche Verzinsung, weitgehende Ausschaltung von Risiken, Anlage in Werten mit "Substanz", Greifbarkeif einer kleineren Bargeldsumme und natürlich nicht zuletzt auf eine in steuerlicher Hinsicht vorteilhafte Anlage. Ich weiß, daß es schwer ist, alle Punkte miteinander zu vereinen, doch wäre ich um einen unverbindlichen Rat sehr verbunden. R. B., Hamburg