Der Wettbewerb der verschiedenen westdeutschen Mineralölgesellschaften spielt sich bei Treibstoffen in der Hauptsache auf der Qualitätsseite ab. Allein schon aus diesem Grunde sind alle Unternehmen bemüht, ihre Erzeugnisse ständig zu verbessern. Bereits Ende 1956 hat die Deutsche Shell AG in Hamburg-Harburg für diese Zwecke ein Speziallaboratorium eingerichtet, das die Aufgabe hat, sich mit den aktuellen Fragen der Produktion, der Anwendung und der Entwicklung von Mineralölerzeugnissen zu beschäftigen. Gelegentlich einer Informationstagung, die die Deutsche Shell AG unter dem Motto "Produktion, Anwendung und Entwicklung" in der vergangenen Woche in Hamburg abhielt, wurde betont, daß die Verbesserung von Treibstoffen mit Hilfe chemischer Zusätze (Additive) immer neue Fortschritte macht. Allerdings, so wurde einschränkend gesagt, kann diese Entwicklung im Interesse tragbarer Treibstoffpreise keinesfalls überspannt werden.

Der Generaldirektor der Deutschen Shell AG, Ernst Falkenheim, gab anläßlich dieser Tagung einen beachtenswerten Überblick über die künftige Entwicklung der westdeutschen Raffinerie-Kapazitäten. Nach seiner Überzeugung wird die Durchsatz-Kapazität der in der Bundesrepublik arbeitenden Raffinerien bis 1960 auf 23 Mill. t jährlich erhöht werden. Heute beläuft sie sich auf rund 14,75 Mill. Bis 1965 wird sie jedoch auf 33 Mill. t gestiegen sein. Allein die Raffinerie-Kapazität der Shell dürfte sich bereits im nächsten Jahr dank der Erweiterung der Raffinerie in Hamburg-Harburg auf einen Jahresdurchsatz von 2,6 Mill. t erweitern. Doch 1960 wird das Unternehmen nach dem Abschluß des Raffinerie-Neubaues in Godorf (zwischen Köln und Bonn) eine jährliche Durchsatz-Kapazität von 6,6 Mill. t im Jahr haben. Godorf wird in der Hauptsache Heizöl und Gasöl produzieren, während die Shell-Raffinerie in Harburg vor allem auf Treibstoff spezialisiert ist. -zke