"Es ist unmöglich, mit dem allen gewerkschaftlichen Kampfmittel der Streiks das Schicksal der arbeitenden Menschen zu gestalten" – diese den Nagel auf den Kopf treffende Feststellung stammt nicht etwa aus dem Munde eines Konzerngewaltigen oder eines rein kapitalistisch orientierten Unternehmers, sie wurde vielmehr am letzten Wochenende von Max Wönner, dem Vorsitzenden des DGB-Landesbezirks Bayern, ausgesprochen. Wönner hatte sich schon einmal bei der SPD und dem DGB durch seine Art unbeliebt gemacht, politische Fragen sehr realistisch zu sehen. Seitdem sich Max Wönner nun auch noch als "Rebell" gegen die traditionelle Auffassung des Deutschen Gewerkschaftsbundes betätigt, fürchten wir, daß ihm über kurz oder lang ein Maulkorb "verschrieben" werden wird. Den Anfang hat die SPD bereits gemacht: Sie beantragte Wönners Ausschluß aus dem Landesausschuß der Partei.

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Ein in Bonn organisierter Direktbezug hochwertiger Verbrauchsgüter hat sich offensichtlich gut bewährt. Die "Käufer-Interessengemeinschaft" (Käufer-IG) hat jetzt bereits einen Auftragseingang von hundert Bestellungen je Tag. Das Sortiment reicht von Photoartikeln über Nähmaschinen und Kühlschränken bis zu Elektro- und Rundfunkgeräten; künftig soll es zu "Jedermann-Preisen" sogar französische Markenparfüms und dänische Möbel umfassen. Zur Belieferung des westdeutschen Marktes im Rahmen der Jedermann-Einfuhren hat sich jetzt auch das große Versandhaus Montgomery Wards in Chikago entschlossen. Es will Bekleidung, Tischwäsche, Haushaltswaren und Sportartikel liefern. In Frankfurt wurde neuerdings eine unter dem Namen "Jedermann Liliput Einfuhr GmbH" gegründet, die sich – lediglich als Vermittler – auf die Kleineinfuhr bestimmter Erzeugnisse spezialisieren will, die Spitzenleistungen einzelner Länder darstellen (beispielsweise Decken aus Holland).