1. Der Parteiapparat in einer Stärke von etwa 700 000 besoldeten Parteifunktionären und einer Gesamtmitgliederzahl von 7,2 Millionen.

2. Der Wirtschaftsapparat, also die neue Managerschicht, darunter 240 000 Betriebsdirektoren in der Industrie und 2,2 Millionen technische Spezialisten sowie 14 000 Direktoren von Sowjetgütern und Maschinen – Traktor – Stationen und 85 000 Kolchosvorsitzende.

3. Die Armee, die seit dem Tode Stalins im Zuge der Verselbständigung der führenden Kräfte, jedenfalls bis Juli 1957, am meisten profitiert hat.

Eine eingehendere Betrachtung der Entwicklung von 1953 bis 1957 dürfte zu der Schlußfolgerung führen, daß im Kampf um den vergrößerten Einfluß auf die Führung des Landes vor allem der Wirtschaftsapparat und der Parteiapparat die Klingen kreuzten, während die Armee sich wohl in verschiedenen Fragen auf die eine oder andere Seite schlug. (Über ihre Rolle und ihr Gewicht wird ein weiterer Aufsatz folgen.)

Bei der Beurteilung der Kräfteverhältnisse der UdSSR sollten immer beide Seiten gesehen werden: einerseits das Ringen zwischen den reformerischen und retardierenden Kräften (wobei beide Strömungen quer durch alle "Säulen" – Partei, Wirtschaft und Armee – gehen), andererseits aber auch, eng damit verbunden (von dieser abhängig und auf diese einwirkend), die Auseinandersetzung um die Führung dieser Umgestaltung, bei der die entsprechenden "Säulen" jeweils die Interessen des Apparats der Partei, der Wirtschaft oder der Armee vertreten.

Nur durch die Erkenntnis des Zusammenspiels dieser beiden Auseinandersetzungen scheint mir die Möglichkeit gegeben zu sein, das oft widerspruchsvolle Bild der sowjetischen Politik klarer zu erkennen.

Die nachstalinsche Transformation hat jedoch nicht nur die erwähnten Strömungen offener zutage treten lassen und zur Verselbständigung der einzelnen "Säulen" des Systems geführt, sondern auch – und dies scheint vielleicht das Bedeutsamste für die weitere Entwicklung zu sein – eine schrittweise Machtverlagerung nach unten eingeleitet.