J. Gd., Düsseldorf

Als DIE ZEIT vor einem Jahr zum erstenmal zu dem Thema Weltflughafen Düsseldorf? Stellung nahm, zitierten wir die Worte der Notgemeinschaft Lohausen:. "Wir werden auf unsere Warnung zurückkommen, sobald das erste, die Wohnbevölkerung treffende Unglück geschehen ist."

Dieses Unglück ist nun geschehen. Am letzten Sonntag stieg eine viermotorige DC 4 in Lohausen auf, verlor eine Minute später plötzlich an Höhe, streifte ein Haus, stürzte auf ein Behelfsheim und ging (mit seinen zwölf Tonnen Treibstoff) in Flammen auf. Die Maschine war auf dem Wege nach New York und hatte nur wenige Passagiere an Bord. Sechs Besatzungsmitglieder, ein Passagier und die Bewohnerin des Behelfsheimes fanden den Tod.

Die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post", eine lokale Vorkämpferin für den Fern-Flughafen Düsseldorf, schreibt dazu: "Vielleicht, so glauben viele, die gestern morgen erschüttert an der Unfallstelle standen, ist es dem tapferen Piloten noch im letzten Augenblick gelungen, die Maschine, die den Giebel des alten Finanzamts gestreift hatte, über die Schrebergärten zu steuern. Wäre sie in ihrer Startrichtung weitergeflogen, dann wäre sie in die Wohnhäuser der Roland- und Bankstraße gestürzt und hätte eine entsetzliche Katastrophe verursacht."

Als wir uns zum zweiten Male mit den Düsseldorfer Plänen befaßten, geschah das kurz nach dem Unglück in Paris-Orly. Eine französische Zeitung schrieb damals: "Wenige Sekunden nach dem Start streifte die DC 6B ein zweistöckiges Haus, setzte es in Brand und raste dann in ein benachbartes Gebäude. Beim Aufprall explodierten die zum Flug nach New York vollgefüllten Treibstofftanks. Von den 35 Flugzeuginsassen wurden 33 auf der Stelle getötet."

Seitdem lasen wir noch oft: "kurz nach dem Start" oder "unmittelbar vor der Landung":

Kurz nach dem Start vom New Yorker Flughafen La Guardia stürzte Anfang Februar dieses Jahres eine DC 6 mit 102 Menschen ab und ging auf der Gefängnisinsel Rikers Island im East River in Flammen auf.