Nicht mehr als 75 v. H. betrug die Wahlbeteiligung bei den jüngsten Gemeinderatswahlen in Salzburg. Nahezu ein Viertel der Wahlberechtigten also hat es nicht der Mühe wert gefunden, einen Stimmzettel abzugeben. Die einen schoben die Schuld auf das schlechte Wetter am Wahlsonntag, die anderen meinten, bei strahlender Sonne wären noch weniger Salzburger zur Wahlurne gegangen. Es bliebe also nur die Grippe ...

An die Grippe als den Sündenbock hat sich vor allem die Österreichische Volkspartei gehalten, die für den Verlust eines Mandates eine plausible Erklärung suchen mußte. Von denen, die nicht gewählt hatten – so argumentierte sie – hätten die meisten, wenn sie gewählt hätten, bürgerlich, nämlich die ÖVP gewählt; nun seien sie halt durch die Grippe daran gehindert worden. Die Sozialisten (und auch die Ärzte) entgegneten, daß ihnen von einer politischen Differenzierung der Grippebazillen nichts bekannt sei. M. W.