Unser Bundes-Musterhaushalt, die Stuttgarter

hauswirtschaftliche Forschungsanstalt, ist unlängst mit der Küchentechnik scharf ins Gericht gegangen: Für die Durchschnittsfamilie seien die Apparate immer noch zu unwirtschaftlich, hieß es, und die Rationalisierung in der Küche bleibe vorerst noch ein ungelöstes Problem. Ausdrücklich ausgenommen von dieser Kritik aber wurde der Heißwasserbereiter der als wichtigstes Utensil moderner Küchenführung auch nach der Meinung des Stuttgarter Instituts zu den voll entwickelten Geräten gehört.

Eine Hausfrau ohne warmes Wasser wäre undenkbar. Bei unseren Großmüttern stand ewig dampfend der kupferne Kessel auf dem Herd. Eine Handvoll trockenes Holz brachte ihn zum Sieden. Heute drückt die Hausfrau auf ein winziges rotes Knöpfchen, um in jeder gewünschten Temperatur das Spülwasser rauschen zu lassen...

Die Fülle angebotener Modelle ist hier ausnahmsweise einmal nicht lästig, sie entspricht den vielfältigen Bedürfnissen.

Vom Rapidwasserkocher mit 1,5 Liter Inhalt zu 30 Mark, der für 1 Pfennig den Liter Wasser auf 100 Grad erhitzt, und das ideale Kleingerät des Junggesellen darstellt, bis zum rd. 370 Mark kostenden 30-Liter-Gerät für den Großhaushalt bieten sich viele zweckmäßige Fabrikate an.

Die Grundfrage heißt: Boiler oder Speicher? Ersterer erhitzt das Wasser zum anschließenden Gebrauch, der teurere Speicher hält es jederzeit bereit, und nutzt hierfür den preiswerten Nachtstrom aus. Der für die Durchschnittsfamilie von vier bis sechs Personen gedachte 8-Liter-Bereiter kostet als Boiler 180 bis 190 DM einschließlich Armaturenausrüstung. Für die gleiche Größe als Speicher muß man rd. 220 DM plus etwa 50 DM für die Armaturen anlegen. Alle Apparate schalten sich automatisch. Der Thermostat läßt sich von 35 bis 85 Grad einstellen. Erhitzen wir auf 75 Grad, so erhalten wir, mit der entsprechenden Menge kaltem Wasser vermischt, 16 Liter Spülwasser in der üblichen 50-Grad-Temperatur, womit sich das Mittagsgeschirr recht gut säubern läßt. Für die moderne Einbauküche, die den Platz über dem Spültisch gern kleinen Schränken vorbehält, gibt es sehr praktische Speichergeräte, die unmittelbar unter dem Spülbedien eingebaut werden.

Sehr angenehm im Gebrauch und preiswert in der Anschaffung (135 DM) ist auch der Durchlauf-Gaswasserheizer, der keine Mengenbeschränkung kennt. Mit dem Temperaturwähler können wir bis zu 65 Grad Hitze einstellen. Der besondere Vorteil: die eingestellte Temperatur bleibt stets konstant. Sein Nachteil: nur etwas für sparsame Hausfrauen, die der Verführung widerstehen, das Heinzelmännchen-Gerät allzu ausgiebig zu benutzen... L. W.