Ein Film um James Dean

New York, im November

Dem Idol der Jugend beider Kontinente, James Dean, der 1955 mit dem Auto tödlich verunglückte, hat "seine" Firma Warner Brothers nun einen 82 Minuten langen Erinnerungsstreifen gewidmet. Er enthält Photographien, Ausschnitte aus Spielfilmen und gefilmten Interviews mit Freunden und Verwandten, die zu kleinen biographischen Stories umgearbeitet sind. Die Legende, die sich seit seinem Tode schnell um den nur 24 Jahre alt gewordenen Schauspieler spann, kommt in diesem Streifen freilich zu kurz. Das Rebellentum des Darstellers wurde für Millionen Halbwüchsige zum Symbol, zum Vorbild, zur Gloriole, und hier wird deutlich genug, daß Art und Auswahl der ihm zugeteilten Rollen den stärksten Anteil daran hatten.

Im Film stets ein leidenschaftlicher, erbittert selbstquälerischer, von elegischem Ingrimm beseelter Aufrührer, in seinem knappen Privatleben scheu, beklommen, von Zweifeln an sich, seinem Talent und der Welt bedrückt –, das war, nach diesem Erinnerungsstreifen, James Dean. George W. George und Robert Altman; die dieses kurze Leben rekonstruierten, versuchten damit keine Ehren-, sondern eine Tatsachenrettung, die der Legende nur die Konzession macht, die ganz natürliche Verwirrtheit eines fragenden und suchenden jungen Gemüts leichthin poetisch zu färben. Die Darstellung seines "Durchbruchs zum Erfolg" wurde hier mit schon gewohnten romantischen Details des Filmmilieus ausgeschmückt. Im ganzen aber walteten Respekt, Mitgefühl und Sachlichkeit, die zu einer Reinigung der Persönlichkeit Deans vom Wust der Gerüchte und Reportagen führen. L. U.