Der Rückgang des Arbeitsvolumens In der westdeutschen Industrie ist eine der bedenklichsten Erscheinungen unserer Konjunkturentwicklung. In erster Linie wurde sie durch das Verkürzen der Arbeitszeit hervorgerufen. Allein im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel werden jetzt trotz der Zunahme der Beschäftigtenzahl monatlich mehrere 100 000 Arbeitstunden weniger geleiste als im Vorjahr. Wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, an der wirtschaftlichen Wirklichkeit zu zerbrechen, muß den Übertreibungen auf sozialpolitischem Gebiet also mit Entschiedenheit entgegengetreten werden.

Ein bemerkenswerter Fortschritt ist in der Zusammenarbeit der Bundesrepublik mit Frankreich bei der industriellen Erschließung Französisch-Afrikas erreicht worden. Zu den Projekten gehören Kautschukplantagen an der Elfenbeinküste, das Erschließen der Graphitvorkommen auf Madagaskar und u. a. der Bau von Schiffsreparaturwerften an der Küste Westafrikas. Am 5.März 1958 wird in Essen der mit der Beratung dieser Fragen beauftragte deutsch-französische Ausschuß erneut zusammentreten und sich vor allem mit den westdeutschen Wünschen nach einer besseren Sicherung des Investitionskapitals beschäftigen.

In der Bundesrepublik nimmt die Eigentumsfreudigkeit immer mehr zu. Aus diesem Grunde erfreut sich auch das Bausparen einer von Jahr zu Jahr steigenden Beliebtheit. Allein in den ersten acht Monaten d. J. wurden von Bausparern in Westdeutschland und In Westberlin an Bauspargeldern rund 1 Mrd. DM eingezahlt. Der Zuwachs gegenüber der gleichen Vorjahrszeit beträgt nahezu ein Fünftel. Dank dieser günstigen Entwicklung lagen dann auch die Ausschüttungen der Bausparkassen in der Berichtszeit um mehr als 15 v. H. über denen des Vorjahres. Das Gewähren von Wohnungsbauprämien bis zu 400 DM je Jahr (oder die Möglichkeit der Steuervergünstigung) hat sich also als ein wirkungsvoller Anreiz erwiesen.