Bleiben wir doch nicht beim Kultur-Austausch, also auf halbem Wege, stehen! Sehen wir doch Jas Problem in seiner ganzen Breite und Bedeutung: es wird doch immer noch viel zu wenig ausgetauscht.

Gewiß, der Kultur-Austausch ist schon ein wichtiger Baustein – und Markstein! – der Völkerverständigung, und er ist ja auch schon ganz schön in Fluß geraten,-obwohl es mit dem Kultur-Austausch zwischen Cuba und Norwegen, wenn ich recht unterrichtet bin, noch etwas hapern soll. Immerhin haben Länder wie Argentinien und Griechenland nicht nur ihren gegenseitigen Export erhöht, sondern ihren Kultur-Austausch mindestens verdreifacht. Wer hätte das vor zwanzig Jahren geahnt?

Warum soll aber eigentlich nur Kultur ausgetauscht werden, wo doch gerade auf diesem Sektor eine solche weltweite Verknappung an Gütern eingetreten ist? Geht es nicht in erster Linie um den Austausch an sich? Um Brücken von Volk zu Volk, von Mensch zu Mensch – kurz: um die Verständigung und um den Frieden?

Tröstlich zu wissen, daß der Menschen-Austausch solchen Aufschwung genommen hat. Aber auch hier muß noch einiges getan werden. Noch immer kennen viel zuwenig irische Dachdecker ihre portugiesischen Kollegen, noch immer liegt der Kontakt zwischen siamesischen und brasilianischen Hebammen im argen, und was den Säuglings-Austausch angeht, so steckt der buchstäblich in den Kinderschuhen.

Wir wissen doch alle viel zuwenig voneinander – weil zu wenig ausgetauscht wird. Wer von uns, der nicht in England war, weiß, welche Regenschirme man dort im Regen aufspannt? Und die Engländer – sind sie über deutsche Hornbrillen wirklich im Bilde? Ich wage das zu bezweifeln.

Oder nehmen wir einmal die Schnürsenkel! Wie steht es damit in Japan, in Indien (!), in Spanien? Was sagt ein Mexikaner zu indischen Schnürsenkeln, was ein Japaner zu mexikanischen Bindfäden?

Tauschen wir sie aus – und wir werden erleben, wie die Völker sich besser verstehen lernen, weil sie sich besser kennen. Kann es ein schöneres Anliegen geben?