Steuerbegünstigte Wertpapiere

Mit ganz besonderer Aufmerksamkeit lese ich immer wieder Ihre sehr aktuellen Aufsätze unter der Rubrik "Gespräche am Bankschalter". Diese gaben mir schon wiederholt wertvolle Hinweise. Heute möchte ich nun Sie auch einmal auf eine interessante Tatsache hinweisen.

Der von "Securius" unterzeichnete Aufsatz "Wieder steuerbegünstigtes Wertpapiersparen?" war angesichts des nahenden Jahresendes der Anlaß, meine für 1957 noch nicht ausgenutzten Freibeträge festzustellen und in steuerbegünstigte Wertpapiere anzulegen. Dabei stieß ich auf noch günstigere Wertpapiere, die für das steuerbegünstigte Wertpapiersparen geeignet sind, als Sie in Ihrem Aufsatz angeben. Es sind dies z. B. die 7 1/2 v. H. Pfandbriefe der Bayerischen Hypoth. und Wechselbank Reihe 5, Erstausgabe zu 96 v. H.

Die Zinsen dieser Pfandbriefe unterliegen allerdings dem Abzug einer Kapitalertragssteuer von 30 v. H., die aber dann einkommensteuerfrei sind; die Nettoverzinsung liegt jedoch immerhin noch bei 5,25 v. H. Dies ist für Einkommensteuerpflichtige mit über 30 v. H. Einkommensteuersatz also äußerst günstig. Aber auch für Einkommensteuerpflichtige mit einem Steuersatz von weniger als 30 v. H. ist dieser Pfandbrieftyp günstig, denn dann empfiehlt es sich, die Brutto-Zinsen zum Einkommen veranlagen zu lassen, weil dann die bereits abgezogene Kapitalertragssteuer mit der zu entrichtenden Einkommensteuer verrechnet werden kann.

Einen weiteren Vorteil dieses Pfandbrief-Typs sehe ich darin, wie ja auch die kürzliche Baisse auf dem Kapitalmarkt gezeigt hat, daß das Kursrisiko dieses Pfandbrief-Typs gegenüber niedriger verzinslicher Pfandbriefe doch wesentlich geringer ist.

R. B., Lindau

Antwort: Für ihren Hinweis sind wir Ihnen sehr dankbar. Es war uns entgangen, daß die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank, München, noch Restbestände dieses Typs zum steuerbegünstigten Ersterwerb verfügbar hat. Im allgemeinen dürften 7 1/2prozentige Emissionen, die der 30prozentigen Kapitalertragssteuer unterliegen, jedoch für das steuerbegünstigte Sparen im Rahmen der Sonderausgaben nicht mehr in Frage kommen. Auch die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank – so bestätigt uns ihre Börsenabteilung – verfügt nur noch über Stücke von nom. 5000 DM.