Zum Steinkohlentag 1957, der Jahresversammlung des Steinkohlenbergbauvereins, Essen, ist nicht viel, aber etwas Wichtiges zu sagen. Er fand in einer persönlichen und friedlichen Atmosphäre statt, wohltuend nach den turbulenten Wochen des Oktober. Bedauerlicherweisekonnte der Vorstandsvorsitzer des Unternehmensverbandes Ruhrbergbau,Dipl.-Kaufmann Werner Söhngen, wegen einer Auslandsreise nicht selbst Mittler dieser Atmosphäre sein, nachdem er um den 1. Oktober herum der Bergbau-Repräsentant in den Kohlenpreisgesprächen gewesen war. So gab das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Unternehmensverbandes, Oberbergrat a. D. Keyser, die Noten zur Musik des Tages. Ohne die grundsätzliche Auffassung der Kohle aufzugeben – nämlich: eine solide Ertragswirtschaft im eigenen wie im allgemeinen Interesse aufweisen zu müssen –, sprach er die Hoffnung aus, daß sich Bundesregierung und Kohlenbergbau auf einem gemeinsamen Weg zum gemeinsamen Ziel treffen möchten: also eine Kohlenwirtschaftspolitik zu treiben, die soviel heimische Kohle wie möglich dem deutschen Verbraucher heute wie in der Zukunft zur Verfügung stellen könne. Rlt.