DIE ZEIT

SPD-Reform - und was weiter?

Anders als vor vier Jahren scheinen die Reformer in der SPD rasch voranzukommen. Der Kahn, den sie nach den Bundestagswahlen von 1953 unter der Flagge „Erneuerung der Sozialdemokratie“ zu Wasser gelassen hatten, war damals bald in widrige Strömungen geraten und auf den Klippen des Berliner Parteitages zerschellt.

Eisenhower, Dulles und „Laika”

Genau ein Jahr nach dem eindrucksvollen Wahlsieg Eisenhowers, der ihn für eine zweite Amtsperiode ins Weiße Haus brachte, hat jetzt das amerikanische Volk ein Urteil über seinen Präsident gefällt, das weder Eisenhower noch seine – tiefgespaltene – Republikanische Partei besonders glücklich stimmen kann.

Generalstabschef der USA

Im Dezember vorigen Jahres machte die amerikanische Luftwaffe eine wichtige Mitteilung. Sie berichtete über ihre soeben abgeschlossenen großen Flugmanöver, an denen mehr als 1000 Düsenflugzeuge des B-47-Typs teilgenommen hatten.

ZEITSPIEGEL

„Erstens haben wir zu viele Jasager, die mittelmäßige oder gar wertlose Projekte unterstützen; zweitens haben wir zu viele Neinsager, die fortgeschrittene Projekte behindern oder aufhalten, und drittens haben wir zu viele Menschen, denen das Ganze einfach egal ist.

Wo Könige residierten...

Bei den Bürgern Roms war Kaiser Wilhelm II. populär. „Famos, vraiment magnifique!“ soll er ausgerufen haben, als er – in der Uniform eines Husarenoffiziers und mit einem langen, wallenden türkisfarbenen Umhang um die Schultern – am 11.

Israelische Techniker in Ghana

Im März 1957 ist Ghana, die alte Kolonie „Goldküste“, ein unabhängiger Staat geworden. Erst seit einem halben Jahr hat Ghana ein Parlament, und nun besitzt es auch bereits eine eigene Schifffahrtslinie.

Mutiges Malaya

Die Malayische Föderation, die erst am 1. September dieses Jahres ihre Unabhängigkeit erhielt und damit das jüngste Mitglied im britischen Commonwealth ist, hat schnell gezeigt, daß sie genauso entschlossen ist, der kommunistischen Untergrundtätigkeit im Lande ein Ende zu setzen, wie vor ihr der britische High Commissioner Sir Gerald Templer.

Ballettabend für Barbara

Ein Hamburger Kaufmann hatte für Barbara und ihre „Flüchtlings-Starthilfe“, die den Lesern der ZEIT nun schon seit Jahren vertraut ist, sowie für das Rote Kreuz ein ganz besonderes Geschenk: Er kaufte alle Plätze der Staatsoper, die dann zu erhöhten Preisen weiterverkauft wurden, sogar zu sehr erhöhten Preisen.

Gaillards Doppelgesicht

Dem neuen französischen Ministerpräsident Felix Gaillard steht bei seinem Start ein Kredit an Sympathie im Inland wie im Ausland zur Verfügung, wie ihn kaum einer seiner Vorgänger seit Kriegsende aufzuweisen hatte.

Im Sumpf der Informationen

Im Dschungel der Geheimdienste blüht der Nachrichtenhandel, schießen die Halbwahrheiten, Denunziationen und fabrizierten Lügen üppig ins Kraut.

Wasser für Israel

Ein Bürger Israels hat möglicherweise die Lösung eines Problems gefunden, das seit Jahrhunderten nicht nur die Bauern und Wissenschaftler in diesem Staat, sondern in allen „unterbewässerten“ Ländern bewegt.

Der König und die Invasion

Die schwedischen und norwegischen Blätter boten ihren Lesern in diesen Tagen eine Geschichte, die – wenn sie wahr ist – den verstorbenen König Gustaf V.

Der Klassenkampf ist überholt

Wenn heute ein Fremder nach England kommt, in seinem Hotel sitzt und sich nur an Hand der Tagespresse über die Wochenend-Reden und Wirtschaftsberichte orientiert, könnte er leicht den Eindruck gewinnen, Großbritannien stehe unmittelbar vor schwerwiegenden Auseinandersetzungen.

Der FDP ins Stammbuch

Nun sind in Niedersachsen die Sozialdemokraten an die Stelle jener Parteien getreten, die schon so zuversichtlich glaubten, einen besonders gelungenen „Coup“ zu landen.

Abonnent oder Financier?

Fast auf den Tag genau acht Monate nach Ausstellung des Haftbefehls wird Dr. Viktor Agartz am 25. November auf der Anklagebank des Bundesgerichtshofes sitzen.

Zaungast

Früher begann das Leben mit der Kindheit, Im modernen Roman beginnt es mit Kindheitsneurosen. Die geschiedene Ehe der Eltern erklärt zum Beispiel, warum die Tochter begeistertes BDM-Mädchen wurde.

Verbrechen ohne Strafe

Hier ist der Hergang des Verbrechens – Mord an einer leichtlebigen Frau – und der Täter dem Leser von vornherein bekannt. Ein Unschuldiger gerät in überzeugenden Verdacht.

Auf Erden keine Ruhe

Der große Krieg in Deutschland“ neu herausgegeben zum zehnten Todestag von Ricarda Huch

Was lehrt die neue Physik?

Die Physik der letzten fünfzig Jahre hat grundsätzlich mit vielen überkommenen, voreiligen Anschauungen des Materialismus aufgeräumt.

Atom-Philosophie

Der Mensch vor der Selbstauslösung seiner Rasse auf unserem Planeten: Das ist fürwahr ein Thema! Seit den alten Propheten hatte jedes Zeitalter seine eigene Version von der totalen Vernichtung der Menschheit und von den Geschehnissen am Ende der Zeiten.

Hermann Göring entlastet?

Zu Anfang der zwanziger Jahre lernten wir in Berlin einen Iren als Vertreter der provisorischen Regierung seines Landes kennen.

Porträt eines Lyrikers

Daß ein Lyriker, ein Mann also, der wirklich Verse schreibt, vielen in Deutschland bekannt geworden ist – ist das nicht ein gutes Zeichen für das so oft geschmähte „literarische Leben“ in unseren Jahren? Rudolf Hagelstange ist bekannt; seinen Namen kennen viele, die man gemeinhin mit Gedichten nicht in Verbindung bringen würde.

Schlendrian mit der Hoffnungslosigkeit?

Günter Blöcker, 1913 in Hamburg geboren, seit 1933 vorwiegend in Berlin lebend und nun, da sein erstes Buch erschienen ist, mit einem Schlag der erste Literaturkritiker dieser Stadt, hat 29 Essays über europäische und amerikanische Dichter zusammengefügt, die eine Funktionslehre moderner Dichtung enthalten sollen.

Lykurg oder der Galgen

Die Sache mit der 16jährigen Hausgehilfin Ursula war so: Geld hatte sie genommen, als sie – nach all den entbehrungsreichen Jahren gab es erstmals wieder Süßigkeiten – andere Menschen Schokolade essen sah.

Konterfei barbarischer Zeiten

Doktor Bruno E. Werner, Schriftsteller, Journalist,Redakteur und zur Zeit Botschaftsrat und Kulturattaché in Washington, also wohl als homo politicus anzusprechen und ein ausgepichter Kenner der verworrenen Zeiten und Verhältnisse um das Werden und Entstehen des „Tausendjährigen Reiches“, aber auch aller erdenklichen Ausländer und Menschentypen, hat sich eine erbauliche und tiefsinnige Geschichte einfallen lassen.

Koeppen pornographisch

In einem Leserbrief an die Zeitung des sowjetzonalen Kulturbundes erhebt ein Kulturbeflissener gegen Wolfgang Koeppens Roman „Der Tod in Rom“ Vorwürfe, die zu einem Verbot des Buches führen müßten – wenn sie zuträfen: „Während wir sonst alles tun, um den Einfluß des Minderwertigen aus Westdeutschland zu unterbinden, lassen wir hier zum öffentlichen Verkauf ein Buch ausliegen, das man auch zur pornographischen Literatur rechnen könnte.

Der Schöpfung zur Feier

Auf Empfängen des französischen diplomatischen Corps sieht man unter den Geladenen häufig einen drahtigen älteren Herrn, der sich elegant und in straffer Haltung an der allgemeinen Konversation beteiligt.

Diffamiertes Nürnberg

Ww—h, Nürnberg enn wir recht unterrichtet sind, so ist die Deutsche Bundesrepublik Mitglied der Euro

Berlin: Besuch bei Krücke

Berlin SO 36 lautete die postalisch-trockene Adresse, die – ins „Milljöh“ übersetzt – Kreuzberg meint. Hier suchte ich den Mann, der einer der populärsten Berliner ist: „Krücke“, das Sportpalastoriginal.

Schleswig-Holstein: Die Freß-Olympiade

In der nördlichsten Karpfen-Teichwirtschaft des Bundesgebietes, inmitten der Fichtenschonungen und des Heidesandes am Stollberg bei Husum, paddeln einige hundert Karpfen, die zu den Edelsten ihrer Art zählen.

Kunst-Repatriierung

600 orientalische Handschriften und 5000 manuscripta dresdensia will die Sowjetunion an die sächsische Landesbibliothek in Dresden zurückgeben.

Nächte in Paradores, Pousadas und Estalagens

Viele Autos fahren auf der Estrada marginal, die am Tejo entlangführt, zur Costa do Sol, der portugiesischen Riviera. Wenn man gegen Abend auf dieser Straße fährt, so begreift man, warum die späten Herbsttage an dieser Küste eine besondere Anziehungskraft haben.

Notizen für Reisende

Ohne Visum nach Japan. Auch nach Japan, Irland und Kolumbien können Deutsche jetzt ohne Visum reisen. Allerdings hat die japanische Regierung die Aufhebung des Sichtvermerkzwanges an einige Bedingunger geknüpft: der Aufenthalt darf nicht länger als sechs Monate dauern und der Einreisende nicht die Absich verfolgen, in Japan eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

Im Urlaub Sternkunde

Der in den letzten Jahren ständig zunehmende internationale Tourismus dringt in die letzten unberührten Dörfer in den Alpen.

Der Außenminister und Bert Brecht

Im letzten Frühjahr, als das Bochumer Schauspielhaus von Frankreich eingeladen worden war, mit der „Dreigroschenoper“ von Brecht und Weill im Pariser „Theater der Nationen“ zu gastieren, gab es einige Aufregung in Deutschland.

Nr. 46 vom 13. November 1947: Mode – ohne uns

Es waren viele „Exportmodenschauen“ zu sehen in den letzten Wochen, fast mit dem alten Aufwand an verführerischer Musik, lockenden Ansagerstimmen und nicht zuletzt den elegant wirkenden Mannequins – aber der Export der deutschen Modeschöpfungen ist dadurch, wie wir hörten, noch kaum in Gang gekommen.

Porträt war stets ein Wagnis

Ende Oktober wurde in Hameln, gegenüber der mächtigen Weserbergland-Halle, ein bildschönes kleines Ausstellungshaus, das der Kunstpreis Hameln bei dem Hannoveraner Architekten Professor Oesterlen bestellt.

Die Brücke zwischen Leben und Tod

Als Thornton Wilders „Alkestiade“ in Zürich zum ersten Male in deutscher Sprache aufgeführt wurde, brachten wir in der ZEIT Nr.

Rebellische junge Engländer

Colin Wilsons Außenseiter-Sammlung – John Osbornes Häßlichkeitsdramen – John Wains ketzerische Bescheidenheit / Von Eugen Gürster

Austausch um jeden Preis

Gewiß, der Kultur-Austausch ist schon ein wichtiger Baustein – und Markstein! – der Völkerverständigung, und er ist ja auch schon ganz schön in Fluß geraten,-obwohl es mit dem Kultur-Austausch zwischen Cuba und Norwegen, wenn ich recht unterrichtet bin, noch etwas hapern soll.

Carl Guesmer:: Makedonische Skizze

Dieses zweite Gedicht aus dem Zyklus von vier „Makedonischen Skizzen“ entnahmen wir dem neuen Lyrik-Bändchen Carl Guesmers, der als Bibliothekar in Marburg lebt.

+ Weitere Artikel anzeigen