D. B., Singapore

Die Malayische Föderation, die erst am 1. September dieses Jahres ihre Unabhängigkeit erhielt und damit das jüngste Mitglied im britischen Commonwealth ist, hat schnell gezeigt, daß sie genauso entschlossen ist, der kommunistischen Untergrundtätigkeit im Lande ein Ende zu setzen, wie vor ihr der britische High Commissioner Sir Gerald Templer.

Sie hat bei der Bekämpfung der kommunistischen Terroristen im Dschungel, die sich fast ausschließlich aus der chinesischen Bevölkerungsgruppe rekrutieren, beachtliche Erfolge erzielt. Die Kommunisten, deren Partei verboten ist, versuchen nun, um ihre Rückschläge im Dschungel wieder wettzumachen, in die bestehenden Organisationen einzudringen und dort Einfluß zu gewinnen. Vier leitende Funktionäre der nationalen Gewerkschaftsorganisation sind von der Regierung bereits verhaftet worden. Weitere Verhaftungen im Rahmen der Sicherheitsoperation, die den bezeichnenden Namen Awal (der Anfang) trägt, sollen folgen. Mit dieser Entschlossenheit, den Kommunismus im Lande zu bekämpfen, tritt Malaya der im Westen (und besonders in Frankreich) verbreiteten Auffassung entgegen, die jungen afrikanisch-asiatischen Staaten, hätten, überließe man sie ihrem eignen Schicksal, weder den Willen noch die Fähigkeit, der kommunistischen Untergrundtätigkeit entgegenzuwirken. Allerdings hat England sich auch entschlossen, Malaya in einem sehr frühen Stadium die Unabhängigkeit zu gewähren, nämlich ehe Nationalisten und Kommunisten sich zu einer gemeinsamen Oppositionsfront verbanden.