Und wer noch nie bei Siemens war,

bei AEG und Borsig,

der kennt, die Branche noch nicht ganz:

der hat noch manches vor sich!

(Altberliner Spruchweisheit)

Als das Bielefelder Emnid-Institut eine Gruppe Arbeitnehmern im Alter zwischen 14 und 25 Jahren fragte, ob sie mit ihren Arbeitsplätzen zufrieden seien, erwies sich, daß nahezu jeder zweite, der in einem Großbetrieb – mit 200 und mehr Personen – beschäftigt ist, eine Arbeit in einem kleineren Betrieb vorgezogen hätte. Dieses "Sehnen nach dem kleineren Betrieb", wie man solche Erscheinung nennen möchte, wurde durch die Jugendlichen in anderen Betrieben noch bestätigt. In den Mittelbetrieben (von etwa 50 Beschäftigten an) war nämlich schon jeder dritte der jungen Leute mit der Größe seines Betriebs durchaus zufrieden. In den Klein- und Kleinstbetrieben wuchs der Anteil entsprechend an. Von allen Befragten, denen der Umfang der Belegschaft gerade recht war, gehörten 75 v. H. zu den Klein- und Kleinstbetrieben.

Dies ist ein verblüffendes Ergebnis. Haben sich nicht von Jahr zu Jahr die Schulentlassenen in die Personalbüros der großen Werke gedrängt, deren soziale Vergünstigungen und deren eigene Lehrlingswerkstätten mit hochqualifizierten Ausbildern die jungen Menschen anzogen? Klagen nicht gerade die Kleinstbetriebe über Nachwuchsmangel? Hat man nicht allen Grund zu der Annahme, daß jenes Drittel aller Jugendlichen, das (nach einerUNESCO-Untersuchung) bis zur Erreichung der Volljährigkeit den Beruf wechselt, aus diesen Kleinstbetrieben kommt? Und geißelte nicht schon Schelsky die "Lehrlingszüchterei" mancher handwerklichen Betriebe, für die der Geselle als teuere Arbeitskraft uninteressant wird – ein Verfahren, das dann den 18jährigen ungelernten Arbeiter hervorbringt? Ist das, was die jungen Arbeiter und Angestellten unzufrieden stimmt, wirklich nur mit dem oberflächlichen Begriff der "Größe" zu erfassen?