-ler, Konstanz

In den ersten Dezembertagen läuft die Amtszeit des Oberbürgermeisters von Konstanz ab, und der am 3. November gewählte Nachfolger Dr. Bruno Helmle darf nicht ins Rathaus einziehen. Drei Einsprüche gegen die Gültigkeit der Wahl, unterschrieben von 28 Bürgern, sind eingegangen und versperren den Weg auf den Bürgermeistersessel.

Gegen Dr. Helmle, der Leiter des Offenburger Finanzamtes war, bevor er sich um den OB-Posten in Konstanz bewarb, läuft ein Untersuchungsverfahren. Darin soll geprüft werden, ob Dr. Helmle – wie behauptet wird – als Finanzamtschef Steuerpflichtige begünstigt hat oder nicht. "Wo Rauch ist, muß auch ein Feuer sein", schlossen die achtundzwanzig Konstanzer Bürger und fochten darum die Wahl an.

Der Gemeinderat von Konstanz will über die Einsprüche erst entscheiden, wenn das Finanzministerium in Stuttgart eine Erklärung abgegeben hat. Es ist aber noch gar (nicht, abzusehen, wann das Untersuchungsverfahren des Finanzministeriums beendet sein wird. Dr. Helmle kann indes nicht in sein Amt eingeführt werden, bevor über die Einsprüche entschieden worden ist. Pessimisten am Bodensee prophezeien, darüber könne ein ganzes Jahr ins Land ziehen...