avi, Koblenz

Obschon jeder echte Schängel – so nennt man die Söhne der Stadt Koblenz von altersher – nicht nur mit Rhein- und Moselwasser, sondern auch mit Wein getauft ist, drücken doch die Gerichte am Deutschen Eck in puncto Trunkenheit am Steuer kein Auge zu. Das zeigte sich in der Verhandlung gegen einen 43jährigen Metzgermeister, der mit seinem Auto einen Laternenpfahl "entwurzelt" und dann Unfallflucht begangen hatte. Er wurde zu fünf Wochen Gefängnis ohne Bewährung und anderthalbjährigem Entzug der Fahrerlaubnis verurteilt.

Die Blutprobe hatte bei dem Angeklagten den Rekordwert von 3,33 Promille ergeben. Nach ärztlicher Erfahrung tritt sonst bei drei Promille Bewußtlosigkeit, bei fünf Promille der Tod durch Alkoholvergiftung ein. Um 3,33 Promille zu erreichen, mußte der Mann (bei einem Körpergewicht von 90 Kilogramm) etwas über 200 Gramm reinen Alkohol zu sich nehmen – oder knapp vier Flaschen achtprozentigen Rheinwein. Ob er wohl die vier bekanntesten Koblenzer Weinlagen – Aveberg, Kreuzberg, Römerheg und Moselweißer Hamm – durchprobiert hat? Jedenfalls wurde Koblenz um eine Laterne ärmer...