Lebhafte Kritik an den dreimal wöchentlich stattfindenden Pferderennen auf der Moskauer Rennbahn übte die Sowjetskaja Kultura. Die Zeitung stellt fest, daß Rennen samt Toto nicht nur von Faulenzern, Betrunkenen und gewohnheitsmäßigen Spielern, sondern leider auch von der besseren Gesellschaft, sogar von Professoren der Musik und der klassischen Tanzkunst besucht würden. Das Blatt beklagt die Wirkung dieses schlechten Beispiels auf die Jugend und entrüstet sich darüber, daß derartige Veranstaltungen im Lande des Sozialismus überhaupt erlaubt sind. "Die Wissenschaft", so heißt es, "hat bewiesen, daß diese Rennen nicht zur Verbesserung der Pferdezucht und auch nicht zur Förderung der Wirtschaft beitragen." Besonders hart dürfte diese Kritik den alten zaristischen Wachtmeister und späteren roten Reitergeneral des rumänischen Bürgerkrieges, Budjenny, treffen, von dem bekannt ist, daß er kein Rennen versäumt. P.