Fragen Sie die Hausfrau nach ihrer unbeliebtesten, zeitraubendsten und ermüdendsten Arbeit, so wird die Antwort todsicher lauten: das scheußliche Bügeln! Von der Fron einer stundenlangen Strapaze nach jeder Wäsche konnte auch die moderne Technik nicht befreien. Und von einem bügelnden Manne hat man trotz aller häuslichen Gleichberechtigung noch nie etwas gehört...

Gibt es wirklich keine ungetrübte Freude am appetitlichen Glanz des frisch geplätteten Wäscheschatzes? Doch! Es gehört nur ein wenig revolutionärer Mut dazu, mit dem Überlieferten zu brechen. Zunächst sollte der Gatte darauf dringen, daß seine Frau nicht länger stehend bügelt. Es ist wirklich nur ein Vorurteil, daß es anders nicht gehe. Allerdings brauchen wir ein modernes Plättbrett, an dem es sich ungleich leichter arbeitet als auf dem Tisch. Es sollte mindestens 120 mal 60 Zentimeter groß, jedoch auf keinen Fall größer als 150 mal 80 Zentimeter sein.

Aber bitte: nehmen Sie Ihre Frau beim Einkauf mit, und achten Sie darauf, daß sie sich im Laden hinsetzt und probebügelt. Denn wenn die Höhe nicht stimmt und die Beine keinen ausreichenden Platz haben, ersetzt nur eine Qual die andere.

Zum neuzeitlichen Bügelbrett mit Füßen aus Leichtmetall gehört der verstellbare Küchenstuhl, der sowieso in jeder häuslichen Werkstatt stehen sollte. Achten Sie aber darauf, daß die Rückenlehne beweglich ist, damit die Büglerin über genügend Reichweite verfügt, ohne sich erheben zu müssen.

Und nun das Wichtigste: das "tadellose" Eisen, mit dem man bei Ihnen seit Jahren ans Bügelwerk geht, macht höchstens noch einem dörflichen Schneider Spaß – so schwer ist es. Viel zu schwer jedenfalls für die zarten Hände einer Frau. Ihre Gattin braucht ein Eisen, das ohne Druck "spielend" über die Gewebe fährt. Die noch weitverbreitete Vorstellung "Je mehr es wiegt, desto besser bügelt es!" stammt aus einer Zeit, da nur schwere Eisen genügend Wärme speichern konnten. Der Brandgefahr halber durften sie nur 450 Watt haben – deswegen die gewaltige Eisensohle.

Heute nimmt die Aluminiumsohle tausend Watt auf. Das Wärmespeichern ist überflüssig, denn dank des Thermostats wird die eingestellte Temperatur beständig gehalten. Zwei bis vier Pfund – schwerer braucht ein Eisen nicht mehr zu sein. Und was die Unfallsicherheit bei den höheren Hitzegraden angeht, so bürgt das VDE-Zeichen, auf das Sie achten sollten, für exakte Konstruktion.

Mit halber Kraft das Doppelte leisten, die Schwere durch Wärme ersetzen – das ist immerhin auch beim Bügeln möglich. Selbst das lästige "Paß auf, daß das Eisen nicht zu heiß wird!" fällt bei den neuen Geräten fort. Man stellt den "Regler" auf eine der sieben Möglichkeiten, und weiß beim Aufleuchten des Melders, daß man nun gleichbleibend über die Hitze verfügt, die "Nylon", "Wolle" oder "Leinen" gebrauchen.

Und der Preis? – Etwa 40 Mark. Die einfachste Ausführung des "Bügelautomaten" ist aber schon für 29 DM zu haben. L.W.