In den Nummern 38 bis 41 der ZEIT brachten wir zusammen mit der englischen Zeitung "Sunday Times" die Serie eines englischen Spezialisten, der die Ansicht vertrat: nur wenn jedermann weiß, was getan werden kann, um ihm auch bei scheinbar unheilbaren Krankheiten zu helfen, muß es im Laufe der nächsten Jahre gelingen, gegen den Krebs, diese neueste Geißel der Menschheit, diese Pest des 23. Jahrhunderts, wirkungsvolle Schutzmaßnahmen und Heilmethoden zu finden. Wir freuen uns, daß diese Artikelserie auch und gerade unter deutschen Ärzten ein starkes Echo gefunden hat. Zusammen mit einem allgemeinen Bericht über dieses Echo können wir nachstehend zwei Artikel hervorragender deutscher Krebsforscher veröffentlichen.

Als erstes: herzlichen Glückwunsch dem Chirurgen und Chefarzt Dr. Issels. Dr. Issels ist Leiter und Besitzer der – unseres Wissens einzigen – deutschen Krebsklinik, der Ringberg-Klinik in Rottach-Egern (Obb.). Er feiert gerade jetzt – am 21. November – seinen fünfzigsten Geburtstag. Sein Institut, in dem, das Wort, das alle so erschreckt, wohlweislich; vermieden wird (das Institut heißt: Spezialklinik für interne Tumortherapie und chronische Erkrankungen), dieses Institut erscheint uns die wirkungsvollste, die beste Waffe in jenem Kampf, der von Ärzten geführt werden muß, aber nicht geführt werden kann ohne die breiteste Unterstützung der Öffentlichkeit dem Kampf gegen den Krebs.

Es gibt heute kaum mehr jemanden, der nicht Verwandte, Freunde, nächste Bekannte verloren hätte – durch Krebs (wenn auch in vielen Fällen das Tabu es verboten hat, die Krankheit beim Namen zu nennen). Sie alle haben wenig Verständnis für kleinliche Kompetenzstreitigkeiten, medizinische Kollegeneifersüchteleien, Spezialistenüberheblichkeit. Auch davon fanden wir manches in unserer Korrespondenzmappe, nachdem wir die Artikelserie des englischen Krebsarztes veröffentlicht hatten. Und mancher glaubte, dies sei ein Anlaß, Schäfchen ins trockene zu bringen.

Beinahe alle Briefschreiber jedoch waren mit uns einig in der Auffassung, daß mehr getan werden müßte, die mannigfaltigen Bemühungen zu koordinieren und zu konzentrieren. Wir geben zunächst einem Arzt, der unserer Veröffentlichung sehr kritisch gegenübersteht, das Wort, dann zwei Laien und schließlich zwei Forschern, deren Leistungen auf dem Gebiet der Krebsdiagnose und -therapie weltbekannt geworden sind.