Von Hans Hinselmann

Die deutsche Öffentlichkeit hat dem englischen Spezialisten dafür zu danken, daß er es unternommen hat, eine Übersicht über den "Kampf gegen den Krebs" zu geben.

Es gehört eine große Überwindung für einen Forscher dazu, die Bedenken abzutun, die einem solchen Unternehmen entgegenstehen. Ein Spezialist ist vielleicht kompetent, über den Krebs in seinem Fach zu sprechen, überschreitet er aber die Grenzen seines Faches, so läuft er Gefahr, sich zu irren.

Die Versuche, die in ähnlicher Weise auch von deutscher Seite unternommen worden sind, haben ein ähnliches Bild von der "Kampflage" ergeben. Es besteht da natürlich eine weitgehende Übereinstimmung.

Doch erzeugt es bei uns ein starkes Unbehagen, wenn der Ausdruck "Krebserreger" gleichbedeutend mit "Cancerogenen" gebraucht wird. Auch enthält die Darstellung eine ganz erhebliche Lücke, wenn wir zu der Frühdiagnose mittels der "Endoskopien" kommen. Alle Endoskopien sind aufgeführt, aber nicht die Kolposkopie, also die gynäkologische Endoskopie, durch die wir die Frühstadien des Gebärmutterkrebses seit Jahrzehnten in der einfachsten Weise feststellen; sie ist wohl die erfolgreichste Endoskopie.

Dabei waren 1937 fast alle gynäkologischen Ordinarien Großbritanniens hier in Hamburg, um diese Endoskopie kennenzulernen. Diese "historic visit to Hamburg" endete mit einem "we are convinced". Eine intensive Zusammenarbeit setzte dann ein, bis der Krieg die Fäden zerriß.

Die diagnostischen Möglichkeiten auf diesem Gebiet sind so vollendet, daß wir die Frauen untersuchen wollen, wenn noch keine "verdächtigen Symptome" vorhanden sind.