Der 32jährige Göttinger Physiker Burkard Heim hat eine Theorie entwickelt, nach der es möglich sein soll, Lichtwellen in mechanische Kraft umzusetzen. Heim, der am 19. Mai 1944 als Soldat beide Hände, das Augenlicht und fast die gesamte Hörfähigkeit verloren hatte, gelang es ohne einen Pfennig Unterstützung von offizieller Seite einen komplizierten Apparat zu bauen, mit dem er jene Theorie beweisen will. Sollte dieser Beweis gelingen, dann würde durch die Arbeiten Heims eine ganz neue unerschöpfliche Energiequelle erschlossen werden, denn Lichtwellen stehen als "Rohstoff" in unbeschränkter Menge zur Verfügung.

Für seine Forschertätigkeit ist die Mitarbeit des 48jährigen Flugzeugingenieurs Hans Dietrich Goslich unerläßlich. Goslich ersetzte ihm praktisch Augen und Hände; er tat dies, ohne einen Pfennig Gehalt dafür zu beziehen, denn Heim lebt von seiner Blindenrente. Jetzt bekam Goslich ein hochdotiertes Angebot aus den USA, in der Raketen-Versuchsanstalt der US-Armee unter Wernher von Braun zu arbeiten. Das Team Heim-Goslich drohte also auseinanderzubrechen. Weder die Bundesregierung noch die Kultusminister der Länder noch die Universität Göttingen hielten es bisher für nötig, Heim zu fördern und ihm zu ermöglichen, seinen Mitarbeiter Goslich zu bezahlen.

Die praktische Arbeit Heims hätte jetzt ein Ende finden müssen, wenn sich nicht einen Tag, bevor Goslich seinen amerikanischen Vertrag unterzeichnen sollte, der Verlag des STERN eingeschaltet hätte. Der Verlag des STERN stellt Heim und Goslich die finanziellen Mittel zur Verfügung, die sie brauchen, um zunächst für ein Jahr in aller Ruhe ihre Forschungen weitertreiben zu können. H