Außenseiter müssen die Routine durchbrechen

Von H. Bubenzer

Ich muß es als Fachmann bedauern, daß ein Blatt Ihres Niveaus sich veranlaßt fühlte, ein ärztlich wissenschaftliches Problem wie die Krebsfrage in einer solchen Form vor ein breiteres Publikum zu bringen.

Die vorgebrachten Anschauungen entstammen der landläufigen wissenschaftlichen Anschauung und erscheinen in keiner Weise geeignet, den als bedeutungsvoll angekündigten Import aus dem Ausland zu rechtfertigen.

Ein Blick auf die großen Statistiken über Krebsheilung dürfte für den unvoreingenommenen Beobachter als Beweis dafür genügen, daß die mit den heute wissenschaftlich anerkannten Behandlungsmethoden erzielten Erfolge völlig unzureichend sind.

Nach K. H. Bauer, dem führenden deutschen Krebsforscher, beträgt die Zahl der dauergeheilten Krebskranken 17 Prozent, nach anderen Statistiken nur 14 Prozent. Diese Zahlen sprechen eine bedauerlich eindringliche Sprache. Sie sind auch der Anlaß für die Entstehung des "Tabu" um die Krebskrankheit.

Nicht der Arzt schafft es, sondern der Kranke, der aus der Lebenserfahrung leider nur zu genau weiß, was die Diagnose "Krebs" für ihn bedeutet! Nämlich an einer Krankheit zu leiden, an der 83 von 100 Kranken in kurzer Zeit sterben müssen, weil die Wissenschaft von heute bei all ihrer fleißigen Experimentierkunst und technischen Höchstentwicklung dank eines in überkommenen Formen verharrenden Denkens sich selber daran hindert, neue und wirklichkeitsgemäße Vorstellungen zur Erkennung und Behandlung dieser Krankheit zu bilden.