Zum vorläufigen Rettungsanker für die mitten in einer Strukturkrise befindliche westdeutsche Zweirad-Industrie hat sich der Export entwickelt. In den ersten neun Monaten d.J. wurden mit rund 225 000 Motor-Zweirädern 38 886 Fahrzeuge mehr an ausländische Abnehmer geliefert als in der Vergleichszeit des Vorjahres. Einen entscheidenden Anteil an diesem Anstieg hat das Moped, das buchstäblich zu einer Export-Domäne der Bundesrepublik geworden ist. Dagegen hält bei der Fahrradausfuhr der Rückgang weiter an: In der Berichtszeit wurden mit 229 480 Fahrrädern nur 53 v.H. der Exporte des Vorjahreszeitraums erreicht.

Abzahlungskäufe kommen mehr und mehr aus der Mode. In den letzten vier Jahren haben sie an Beliebtheit spürbar eingebüßt, an ihre Stelle sind Barzahlungskäufe getreten. Noch 1954 machten die Kreditverkäufe in der Bundesrepublik 15,5 v. H. der Gesamtumsätze des Einzelhandels aus; heute ist dieser Prozentsatz auf etwa 13,5 v. H. gesunken. Die Gründe liegen auf der Hand: Der Nachholbedarf der Bevölkerung an wichtigen Gebrauchsgütern ist heute in der Bundesrepublik und in Westberlin weitgehend befriedigt.

*

Das bisherige differenzierte Zollsystem für formlose Kleineinfuhren (also auch Jedermann-Importe) ist endlich vereinfacht worden. Es ist im Interesse einer weitgehenden Anerkennung des Rechnungspreises und zur Beschleunigung der Zollabfertigung derartiger Kleinsteinfuhren zulässig, die auf Grund von Preislisten angesetzten Verbraucherpreis der eingeführten Waren als Zollwerte anzuerkennen, sofern nicht besondere Umstände eine anderweitige Feststellung des Zollwerts notwendig machen. Zweifellos werden die Jedermann-Einfuhren dank dieser Vereinfachung einen neuen Auftrieb erfahren.