Von Ortwin Fink

Meine Frau sagt, ich müsse für nächstes Jahr einen größeren Kalender besorgen, denn der Riß in der Wand sei wieder etwas länger geworden ...

Ich halte Kalender für wahre Freudenbringer, seitdem keine Sprüche mehr drin sind. Darum will ich viele an Verwandte und Freunde verschenken. Gute, natürlich; denn schlechte schenkt man zu Weihnachten – und erhält sie zu Neujahr zurück, nur mit einem anderen Bändchen drum.

Ich habe mir eine ganze Kollektion kommen lassen und einige daraus behalten. Die besten. Oder: was ich für die besten hielt, denn das ist ja auch Geschmackssache. Ich kenne die Ansprüche jedes einzelnen meiner Verwandten genau.

Da ist die sehr kunstbeflissene Familie von "Papa", und deswegen bekommt von mir jeder einen Kunstkalender.

Papa selber ist erstaunlich modern für sein Alter, und vor allem hat er’s mit dem Klee, den ich. persönlich gar nicht mag. Aber er soll ihn haben, seinen:

"Paul-Klee-Kalender auf das Jahr 1958", zwölf Blätter, Woldemar Klein-Verlag, Baden-Baden; 8,50 DM.