In der Einleitung zu Ihrem Gespräch am Bankschalter "Wieder steuerbegünstigtes Wertpapiersparen" (DIE ZEIT vom 24. 10. 1957) wird gesagt, daß die Höhe der abzugsfähigen Sonderausgaben für den Steuerpflichtigen 1000 DM beträgt und sich bei einem Alter von über 50 Jahren verdoppelt, also dann 2000 DM ausmacht. Ferner könnten noch Sonderausgaben in gleicher Höhe gemacht werden, die dann allerdings nur noch zur Hälfte abzugsfähig sind. In meinem Falle – ich bin Junggeselle und über 50 Jahre alt – könnten hiernach 4000 DM als Sonderausgaben in Anspruch genommen werden, von denen 3000 DM abzugsfähig wären.

Wie ich gehört habe, ist die Verdoppelung der Sonderausgaben aber von den nachfolgenden Voraussetzungen abhängig:

1. Die Einkünfte müssen aus "selbständiger" oder "nichtselbständiger" Tätigkeit stammen (ich bin Gewerbetreibender).

2. Das Vermögen darf nicht über 60 000 DM betragen.

Ich wäre dankbar, wenn Sie mir Ihre Ansicht mitteilen würden, ob die angeführten Voraussetzungen zutreffend sind. H. H., Düsseldorf

Antwort: Die volle Ausnutzung der Jahreshöchstsätze für die beschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben unterliegt in den Jahren 1957 und 1958 keinen Beschränkungen. Die für die Zeit ab 1959 geltenden Beträge (sie vermindern sich für den Steuerpflichtigen und seine Ehefrau nach den jetzigen Bestimmungen auf je 800 DM und für jedes Kind, für das Kinderermäßigung zusteht bzw. gewährt wird, auf 500 DM) verdoppeln sich bei entsprechenden Altersvoraussetzungennur, wennim Einkommen überwiegend Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder aus nichtselbständiger Arbeit enthalten sind oder, bei den übrigen Steuerpflichtigen, wenn das steuerpflichtige Vermögen, das zu Beginn des betreffenden Kalenderjahres auf Grund der letzten Vermögensteuerveranlagung, nach Abzug des Vermögensteuerfreibeträge, 40 000 DM nicht übersteigt. Steuerpflichtige, die nach dem 31. Dezember 1958 das 50. Lebensjahr vollenden, können von der Möglichkeit der Verdoppelung auf keinen Fall Gebrauch machen.

Vorausgesetzt, daß Ihre Einnahmen überwiegend aus Ihrem Gewerbetrieb stammen und Ihr Vermögen 40 000 DM übersteigt, stehen Ihnen folgende Höchstbeträge für beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben zu: 1957 = 4000 DM, 1958 = 4000 DM und 1959 = 1600 DM. Setzen wir weiter voraus, daß diese Sätze bis 1959 so bestehen bleiben, was allerdings im Hinblick auf die in der Diskussion befindliche Steuerreform sehr unwahrscheinlich ist, und nehmen wir der Einfachheit halber an, daß Sie Ihre Sonderausgaben nur zum steuerbegünstigten Sparen ausnutzen wollen, dann ergeben sich folgende Überlegungen: