Von Carl Fürstenberg, Vater zahlloser Börsenwitze, soll auch der Ausspruch stammen: "Aktionäre sind dumm und frech. Dumm, weil sie Aktien kaufen, und frech, weil sie dann noch Dividende haben wollen." Wer jedoch Carl Fürstenberg gekannt hat, so schrieb der kürzlich verstorbene Ludwig Reiners einmal in der ZEIT, der weiß, daß der Bankier dies nicht gesagt haben kann. Wahrscheinlich ist der Ausspruch nur gut erfunden, allerdings dürfte er in seiner Tendenz nicht weit von der Einstellung mancher Verwaltungen entfernt gewesen sein.

Daß in diesen Kreisen immer noch sehr eigenwillige Auffassungen über die Behandlung der Aktionäre bestehen, zeigte folgende Äußerung eines bekannten Generaldirektors eines noch bekannteren Konzerns: "Meine Aktionäre wollen keine Spitzendividenden, sie wollen Substanz – und die kann, ich ihnen bieten!" Den Hinweis, daß dies unter Umständen nicht die richtige Art sei, den Kapitalmarkt zu pflegen, begegnete der Generaldirektor mit der Meinung: "Was heißt Kapitalmarktpflege? Mein Kapitalmarkt sind die Hausbanken – und wenn diese nicht spuren, dann trete ich sie!"