Die eigenen Kinder erst machen den Meroder erwachsen. Die Wahrheit dieses alten Satzes entdeckte auch der holländische Autor Morriën für sich: beim Betrachten seiner beiden kleinen Töchter. Die Gedanken, die ihm dabei kamen, verzeichnet er in dem Bändchen:

Adriaan Morriën: "Alissa und Adrienne." Biederstein Verlag, München. 99 S., 7,50 DM

Es ist kein "Kindermund" -Buch, es ist originell und überraschend. Das liegt an der manchmal krassen und uneitel-deutlichen Ehrlichkeit, mit der Vater Morriën sich und seine geheimsten Regungen porträtiert. So entstand ein Buch über Töchter und zugleich über Väter. Väter, die im gleichen Augenblick, in dem sie sich rettungslos in der Falle der Natur erwischt glauben, von dieser Natur mit dem .köstlichsten Geschenk des Lebens beschenkt sehen: mit Kindern, durch die das Dasein plötzlich voll Ordnung, Sinn und Heiterkeit ist. Die alte Diesseitsfreude der Niederländer bricht in jeder der knapp und genau geschriebenen Kapitel hervor, gezügelt durch einen klaren Geist, gewärmt von spöttischem Humor, der den Untertitel dieses Kinderbuches rechtfertigt: "Die Erziehung der Eltern." sy