DIE ZEIT

In Bonn: Helm loser!

Es ist in der letzten Zeit in Bonn einiges geschehen, was zu der Erwartung Anlaß gibt, es könnte nun doch endlich zu besseren Beziehungen zwischen dem Regierungslager und der Opposition kommen.

Francos Ost-Flirt

Es ist wohl nicht nur auf Sputnik I und II zurückzuführen, daß General Franco heute verkündet, man müsse bei den Russen zwischen dem, was schlecht ist, und dem, was einen „positiven Wert“ hat, unterscheiden.

Entente sans cordialité

Der Besuch des britischen Ministerpräsidenten bei seinem französischen Kollegen hat diesem eine unangenehme Überraschung beschert.

Hellweges Erfolg

Die Regierungsumbildung in Hannover wurde Ministerpräsident Hellwege von einem Teil seiner eigenen Partei sehr übelgenommen.

Die Front ist nicht mehr vorn

Am letzten Sonntag stand folgende Meldung in der Presse: "In Brüssel tagte der Konsultative Interparlamentarische Rat und beriet den Staatsvertrag zur Einführung einer Wirtschaftsunion der Benelux-Länder.

Kühne Pläne

Eine Sitzung des syrischen Parlaments in Damaskus, an der vierzig ägyptische Abgeordnete mit vollem Stimmrecht teilnahmen, leitet vielleicht eine neue Phase der Zusammenarbeit beider Länder ein.

Schlächters Weidmannsheil

Es sind Reisende gekommen aus dem Ungarnland, die zu berichten wissen, daß der Premier von Rußlands Gnaden, Janos Kadar, einen kapitalen Hirsch geschossen hat: Man spricht von 11 kg Geweihgewicht und mehr, was in der Tat die Trophäe in die Weltklasse einreihen würde.

ZEITSPIEGEL

Eine Anleihe von 62 Millionen ägyptischen Pfund (750 Millionen DM) hat die Sowjetunion an Ägypten gegeben. Das ist mehr, als die Sowjetunion bisher einem nichtkommunistischen Staat gewährt hat und fast die gleiche Summe, die dem gesamten Nahen Osten im Rahmen der Eisenhower-Doktrin in Aussicht gestellt worden ist.

Der erste Mann in Bayern

Bayerns neuer Ministerpräsident, Dr. Hanns Seidel, gehört dem Stamme der Franken an, der dem bayerischen Lande schon viele Politiker von Format gestellt hat.

Ein Kontinent ohne Soldaten

Ist Australiens Premierminister R. G........................................................................................

Erste, zweite und neue Klasse

Früh um sieben Uhr vierzig jeden Dienstag, Freitag und Sonntag verläßt der Simplon-Orient-Expreß Thessaloniki. Anderthalb Stunden später erreicht er bei Idomeni die griechische Grenze.

Prozeß Agartz und die ZEIT

In Karlsruhe hat soeben der Prozeß gegen Victor Agartz, den ehemaligen Chefideologen der Gewerkschaften, begonnen, der im Oktober 1955 von der Leitung seines Instituts beurlaubt wurde.

Ein Streitgespräch

Düsseldorf, im November Das Thema hieß „Ist die Demokratie in der Massengesellschaft noch möglich?“ Es war die zweite Veranstaltung des Winterhalbjahres 1957/58 in der Diskussionsreihe des Westdeutschen Rundfunks „Umstrittene Sachen“.

Weckruf im Kreml

Wichtig zu wissen und doch zugleich so schwer zu erkennen ist für den Westen, was die Männer im Kreml wirklich denken. In diesen Wochen wird von der BBC eine besonders bedeutende Vortragsreihe des amerikanischen Rußlandkenners George Kennan verbreitet.

Hauptquartier: Aden

Der englische Verteidigungsminister Duncan Sandys hat kürzlich die Errichtung des neuen Nahost-Hauptquartiers in Aden angekündigt.

Schmutzige Gewerkschaftswäsche

Es war für mich eine bestürzende Erfahrung, daß solche Unterlagen innerhalb der Gewerkschaftsbewegung zur Willensbildung beitragen“, erklärte der wegen landesverräterischer Umtriebe angeklagte 60jährige Dr.

Kurz entschlossen

Gerade an dem Tage, an dem der neuernannte tunesische Botschafter in Syrien, Al Habib Shatteh, dem syrischen Staatspräsidenten Kuwatly sein Beglaubigungsschreiben überreichen sollte, empfing dieser Salah Ben Jussef, den im Exil lebenden Gegenspieler des tunesischen Ministerpräsidenten Bourguiba.

T3 liegt weit in Führung

Erst jetzt ist es möglich geworden, sich aus einer Vielzahl kleiner und scheinbar unbedeutender Einzelheiten ein Bild darüber zu machen, wie weit Amerika gegenüber Rußland in der Produktion moderner Raketenwaffen wirklich nachhinkt.

Geld und Geist

Unter den herrlichen Gobelins und den Bildern des Rijksmuseums zu Amsterdam hatten sich dreihundert Herren mit ihren Damen versammelt, und diese gediegene Umwelt deutete auf ihre Absichten: Obwohl viele von ihnen Politiker und die meisten von ihnen Männer der Industrie und Banken waren, hatte nicht Politik, nicht Geschäftssinn sie aus siebzehn Ländern Europas herbeigeführt.

Die Beamten vom Stamme „Nimm“

Es war einmal... ein Rundschreiben des Bundesverteidigungsministeriums, und darin standen – im Frühling 1957 – diese Sätze: „Der Herr Minister wies erneut darauf hin, daß es im Augenblick nicht auf eine hundertprozentige verwaltungsmäßige Exaktheit, sondern auf die aus politischen Gründen unabdingbar notwendige Einhaltung der Aufstellungstermine ankomme.

Hamburg: Bardamen statt Affen

Wer Affen hat, der hat Sorgen. Davon kann „Heini vom Pferdemarkt“, eines der letzten Hamburger Originale, ein Lied singen. Heini stand viele Jahre lang auf Hamburgs Straßen und verkaufte alle möglichen und unmöglichen Sachen.

Bremen: Ruine oder nicht Ruine

Lebten noch die wegen ihrer Streiche berühmten Bürger der sächsischen Stadt Schilda – sie würden gewiß große Freude an den ebenso kostspieligen wie nutzlosen Experimenten haben, zu denen sich die sonst so besonnen planenden Bremer bei der sogenannten Stadtwaage haben hinreißen lassen.

Berlin: Die Unschuld aus Lankwitz

In einer Berliner Filmatelier-Werkstatt wird ein neuer Film gemacht, einer mit einem männlichen Star, dessen Name in aller Munde ist, und mit einem 16jährigen Mädchen in der weiblichen Hauptrolle.

Der Geheim-Hund

Ich bin Eigentümerin eines Hundes, der Briefträger nicht leiden mag. Sobald er einen Briefträger riecht, wird er böse und versucht, ihn zu beißen.

Hamburg: Halbdunkle Geschäfte

Seltsame Dinge geschehen in einem Hamburger Bürohaus. Das Zimmer des Chefs ist neu tapeziert worden, doch die Tapeten werden wieder algerissen, weil sie dem Chef nicht gefallen.

Hessen: Der Pansch-König

Wein ist das durch alkoholische Gärung aus dem Safte der frischen Weintraube hergestellte Getränk. So lautet der erste Paragraph des Weingesetzes aus dem Jahre 1909.

Nordrhein-Westfalen: Darf man trampen?

Am 23. 6. 1957 gegen 14 Uhr stand der 24jährige Verlagsangestellte Horst Buchholz, nebenamtlich Jugendleiter in der Jungenschaft im Bund winkend an der Autobahnauffahrt Recklinghausen um von einem freundlichen Autofahrer in Richtung Köln mitgenommen zu werden.

Und deine Religion?

Was ist notwendig, um glücklich zu sein? Auf diese uralte Frage lautet die neueste, für alle freien und die meisten beamteten Berufe in Deutschland Anno 1957 gültige Antwort: dreierlei – ein guter Rechtsanwalt, ein guter Arzt und ein guter Steuerberater.

Außerhalb der Bühne

Eines muß zunächst klargestellt werden: Nicht ich war es, dessen zarte Faust das linke Auge des Schauspielers P. schloß und die umgebende Gesichtslandschaft blaurot färbte.

Sinfonia matris

Das Werkverzeichnis des Hamburger Komponisten Rudolf von Oertzen enthält überwiegend Titel, die auf religiös-weltanschauliches Bekennertum deuten.

Zwei Welten

Angeklagt war der Besitzer eines Nachtlokals, in dem die Flasche Sekt vierhundert Mark kostete. Ein Zeuge wird vernommen. Dieser Zeuge hatte sich mit einer jungen „Dame“, die er gerade zuvor kennengelernt hatte, in eben jenem Nachtlokal einen lustigen Abend gemacht.

ZEITMOSAIK

Als einen Skandal bezeichnet die Moskauer Literaturnaja Gazeta die Tatsache, daß mehrere bekannte sowjetische Komponisten, wie Mark Fradkine, Modest Tabachnikow und Ludmilla Liadowa, ihre musikalischen Einfälle gar nicht selber durchkomponieren, sondern diese Arbeit von bezahlten Hilfskräften ausführen lassen.

Man muß auch leben können

Im Programmheft, das die Ostberliner „Deutsche Staatsoper“ anläßlich der Aufführung der Oper „Die Verurteilung des Lukullus“ von Bert Brecht und Paul Dessau im Jahre 1951 herausgab, steht folgender bemerkenswerte Satz, den Brecht erdacht und geschrieben haben könnte: „Ruhm ist nicht alles, man muß auch leben können.

Kilian Krummbeins Karriere

Mein Schulkamerad Kilian Krummbein war ein außergewöhnlich kleiner Kerl. Er hatte einen gedrungenen Kopf mit niedriger Stirn, eine ungesunde Hautfarbe, viele Pickel und Mitesser im Gesicht, sein Haar war struppig und fettig und hatte sozusagen überhaupt keine Farbe.

Dichtung als Wirklichkeit

Als 1911 Wilhelm Dilthey, Professor in Berlin, achtundsiebzigjährig starb, wußten nur wenige Begünstigte, daß ein großer Mann dahingegangen war, der die Erdenrolle eines Philosophen, Kulturhistorikers, Soziologen auf sich genommen hatte.

Die blinde Göttin

Mit seinen Reportagen in Presse und Rundfunk aus dem Gerichtsleben unserer Zeit hat Herrmann Mostar sich schon seit geraumer Zeit einen klangvollen Namen nicht nur im breiten Publikum, sondern auch in der interessierten Fachwelt geschaffen.

Ein Loblied auf den Kritikaster

Ein Kritiker hat es schwer hierzulande: Die Ladenschaft, kleine und große Werke der Künste unter die Lupe zu nehmen und zu beurteilen, wild ihm allzugern als Besserwisserei übelgenommen.

Spanische Literatur

Die klassischen Strophen von Jorge Manrique auf den Tod seines Vaters sind darunter, Sprichwörter, Stücke aus Loyola, aus der hl.

Bei Stahl: Falscher Inlandspreis

Langwierig, verbissen und allseitig von einemhohen Verantwortungsbewußtsein getragen – mit diesen Prädikaten darf die Öffentlichkeit die Stahlpreisgespräche der vergangenen Wochen versehen.

Berlin-Aufträge

Seit dem zweiten Oktober-Sonntag dieses Jahres, als sich die Pankower Machthaber urplötzlich zu einem Währungsschnitt mit bisher ängstlich geheimgehaltenem Ergebnis entschlossen, haben die in Ostberlin ansässigen Staats- und Stadtbehörden in einem vielfältigen Nervenkrieg gegen Westberlin eine Fülle hektischer Kurzschlußhandlungen unternommen.

Auf einen Blick...

Zum vorläufigen Rettungsanker für die mitten in einer Strukturkrise befindliche westdeutsche Zweirad-Industrie hat sich der Export entwickelt.

Deutschland steht abseits...

Auf dem Gebiet der Flugzeugentwicklung den Propheten zu spielen, ist weit schwieriger als Prophet im eigenen Vaterlande zu sein.

Vierzig-Stunden-Woche ist schon da

Die Vierzig-Stunden-Woche gehört zu den erklärten Fernzielen der bundesdeutschen Gewerkschaften. Sie lassen keine Gelegenheit vorübergehen, ohne nicht diese Forderung erneut zu bekräftigen.

Wichtig für Angestelltenversicherte

Der 31. Dezember 1957 ist für die Versicherten und Rentner der Angestelltenversicherung ein wichtiger Termin. Nach dem neuen Recht werden sowohl Waisenrenten als auch Kinderzuschüsse zu Versichertenrenten für ein unverheiratetes Kind über das 18.

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